Mattheus von Kurfeldt: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Mattheus | '''Mattheus von Kurfeldt''' ist ein schwyzer Rechtsgelehrter und kampferprobter Reisläufer, der im Jahr 1304 als Hauptmann des Schutzvogtes [[Rolf Stauffacher]] zu [[Geldern]] und Kanzleiherr der Herrschaft [[Holdstewik]] agiert. Seine Person vereint die universitären Lehren eines in Oberitalien ausgebildeten Rechtsgelehrten mit der Erfahrung eines Söldners. Geprägt durch die politischen Spannungen und Aufstände in seiner eidgenössischen Heimat, vertritt er konsequent den Grundsatz, dass das verbriefte Landrecht für alle, gemäß ihrem Stande, gilt. Fehlbare oder landfriedensbrechende Adelige haben in seinen Augen jeglichen Anspruch auf Privilegien verwirkt. | ||
==Aussehen & Wesen== | |||
Mattheus ist ein Mann von aufrechter, disziplinierter Statur, der trotz seiner akademischen Laufbahn eine unverkennbare militärische Präsenz ausstrahlt. Sein Gesicht ist ebenmäßig und von gepflegtem, kurzem dunklem Gesichtshaar umrahmt. Dichtes, dunkelbraunes Haar ist sauber geschnitten und verleiht ihm ein reifes, entschlossenes Auftreten. Seine dunklen Augen blicken wachsam, aufmerksam und stets berechnend. Wenn er nicht im Harnisch auf dem Feld steht, trägt er als Kanzleiherr ein repräsentatives Hofgewand: einen tiefdunkelgrünen, waldgrünen Wams mit feinen goldenen Borten und Stickereien an den Rändern, darüber einen breiten Ledergürtel mit goldener Schnalle sowie schlichte, dunkle Stiefel – ein Gewand, das akademische Würde mit der Handlungsfähigkeit eines Offiziers verbindet. | |||
Vom Wesen her ist Mattheus ein bedachter und pragmatischer Gelehrter. Die innere Logik seines Handelns speist sich aus seiner Herkunft und seiner Bildung. Obwohl er fest in den Dienst adliger Herrscherstrukturen eingebunden ist, rechtfertigt er dies durch eine scharfe Trennung von gerechter Herrschaft und adliger Tyrannei. Grafen wie Lothar dienen in seiner Auffassung als Verkörperung des gerechten Gesetzes. Begeht ein Adliger jedoch Rechtsbruch, etwa durch Schirmung von Kriminellen oder Landfriedensbruch, verliert er für Mattheus jegliche Legitimität. Seine Verachtung für Raubritter, deren Hochmut er bereits in Flandern brechen sah, ist entsprechend groß. | |||
== | ==Geschichte== | ||
=== Herkunft und frühe Jahre === | === Herkunft und frühe Jahre === | ||
Mattheus wurde im späten 13. Jahrhundert in [https://de.wikipedia.org/wiki/Einsiedeln Einsiedeln], unweit des Fleckens [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwyz_(Gemeinde) Schwyz], in einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ffenbarfrei schöffenbarfreien Stand] geboren. Seine erste Bildung erhielt er in der dort ansässigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Einsiedeln Reichsabtei St. Maria, | Mattheus wurde im späten 13. Jahrhundert in [https://de.wikipedia.org/wiki/Einsiedeln Einsiedeln], unweit des Fleckens [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwyz_(Gemeinde) Schwyz], in einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ffenbarfrei schöffenbarfreien Stand] geboren. Seine erste Bildung erhielt er in der dort ansässigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Einsiedeln Reichsabtei St. Maria], wo er das Lesen, Schreiben und die Grundlagen klösterlicher Disziplin erlernte. In dieser Zeit wurde er unmittelbar Zeuge der politischen Unruhen innerhalb der Waldstätte. Das Aufbegehren der lokalen Bevölkerung gegen den Amtsmissbrauch und die Willkür der [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Gessler habsburgischen Adelsherrschaft] (der Vögte) prägte sein Verständnis von Herrschaft, Unrecht und wehrhafter Gerechtigkeit nachhaltig. | ||
=== Studium und Söldnerdienste === | === Studium und Söldnerdienste === | ||
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=== Sporenschlacht und Deutscher Orden === | === Sporenschlacht und Deutscher Orden === | ||
Während seiner Studienjahre in Padua knüpfte Mattheus erste Kontakte zum [[Deutschen Orden]], dessen Hochmeister seinen Sitz zu jener Zeit im nahegelegenen Venedig unterhielt. Bevor er jedoch in den Dienst des Ordens eintrat, holte ihn das militärische Handwerk noch einmal ein: Im Sommer 1302 zog er mit der ''„Kompanie vom Roten Sporn“'' in den Flandernkrieg. Er nahm an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sporenschlacht Sporenschlacht] teil, in der ein Heer aus bürgerlichem Fußvolk das teuerste und stolzeste Ritterheer Europas vernichtend schlug. Als der Hauptmann der Kompanie im Gemetzel fiel, wählten die wenigen Überlebenden Mattheus zu ihrem neuen Anführer. Aufgrund der schweren Verluste blieb die Einheit in der Folgezeit jedoch weitgehend inaktiv. | Während seiner Studienjahre in Padua knüpfte Mattheus erste Kontakte zum [[Deutschen Orden]], dessen Hochmeister seinen Sitz zu jener Zeit im nahegelegenen Venedig unterhielt. Bevor er jedoch in den Dienst des Ordens eintrat, holte ihn das militärische Handwerk noch einmal ein: Im Sommer 1302 zog er mit der ''„Kompanie vom Roten Sporn“'' in den Flandernkrieg. Er nahm an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sporenschlacht Sporenschlacht] teil, in der ein Heer aus bürgerlichem Fußvolk das teuerste und stolzeste Ritterheer Europas vernichtend schlug. Als der Hauptmann der Kompanie im Gemetzel fiel, wählten die wenigen Überlebenden Mattheus zu ihrem neuen Anführer. Aufgrund der schweren Verluste blieb die Einheit in der Folgezeit jedoch weitgehend inaktiv. | ||
[[Datei:Geldern_Kurfeldt_Rotsporn_Wappen.png|rechts|rahmenlos|Das Wappen derer von Kurfeldt in Geldern, ebenso jenes Wappen der "Kompanie vom Roten Sporn".|alternativtext=]] | [[Datei:Geldern_Kurfeldt_Rotsporn_Wappen.png|rechts|rahmenlos|Das Wappen derer von Kurfeldt in Geldern, ebenso jenes Wappen der "Kompanie vom Roten Sporn".|alternativtext=]] | ||
Wegen einer Verwundung in jener Schlacht | Wegen einer Verwundung in jener Schlacht trat Mattheus daraufhin als Halbbruder und Prokurator (Rechts- und Verwaltungsbeamter) offiziell in den Dienst des Deutschen Ordens. Seine Aufgaben führten ihn aus Italien in die rauen Lande Preußens zur Komturei Elbing und schließlich weiter auf die Insel Ottonien. Dort begleitete er die verwaiste Tochter Luise des brandenburgischen Freiherrn Heinrich von Mayenburg als Vormund. Diese hatte zu jener Zeit noch hohe Schulden beim Orden, welche durch Mattheus in dessen Namen verwaltet werden sollten. Die Ländereien und der Besitz Luises auf Ottonien gehörten zu dieser Zeit noch dem Orden und der Hanse als Pfand. | ||
== Wirken in Holdstewik und Geldern == | === Wirken in Holdstewik und Geldern (1304) === | ||
Nach der Begleichung der Schuld Luises wurde Mattheus während seiner Zeit in Ottonien ehrenhaft aus den Diensten und Gelübden des Ordens entlassen. Da sich mittlerweile auch sein Vetter [[Rolf Stauffacher]] in Ottonien mit einigen Gefolgsleuten niedergelassen hatte und dort als Schutzvogt zu [[Geldern]] waltete, überließ dieser Mattheus ein Landgut und gewährte zugleich weiteren Reisigen der ''[[Kompanie vom Roten Sporn]]'' Unterschlupf. Im Laufe der Zeit stieg Mattheus zum Stellvertreter Rolfs auf und übernahm fortan die Vertretung der Schutzvogtei als „Hauptmann zu Geldern“ nach außen. | Nach der Begleichung der Schuld Luises wurde Mattheus während seiner Zeit in Ottonien ehrenhaft aus den Diensten und Gelübden des Ordens entlassen. Da sich mittlerweile auch sein Vetter [[Rolf Stauffacher]] in Ottonien mit einigen Gefolgsleuten niedergelassen hatte und dort als Schutzvogt zu [[Geldern]] waltete, überließ dieser Mattheus ein Landgut und gewährte zugleich weiteren Reisigen der ''[[Kompanie vom Roten Sporn]]'' Unterschlupf. Im Laufe der Zeit stieg Mattheus zum Stellvertreter Rolfs auf und übernahm fortan die Vertretung der Schutzvogtei als „Hauptmann zu Geldern“ nach außen. | ||
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Heute bekleidet er das Amt des Kanzleiherrn für Graf [[Lothar Heinrich von Holdstewik]] und fungiert zeitgleich als Hauptmann des Schutzvogtes zu Geldern. In dieser Position ist er maßgeblich an der diplomatischen Korrespondenz, der Ausfertigung von Rechtsbeschlüssen und der rechtlichen Bewältigung von Konflikten beteiligt. Besonderes Aufsehen erregte die Kanzlei unter seiner Federführung bei der strikten Durchsetzung der ''Verfestigung'' gegen Raubritter und Rechtsbrecher nach den Prinzipien des Sachsenspiegels. | Heute bekleidet er das Amt des Kanzleiherrn für Graf [[Lothar Heinrich von Holdstewik]] und fungiert zeitgleich als Hauptmann des Schutzvogtes zu Geldern. In dieser Position ist er maßgeblich an der diplomatischen Korrespondenz, der Ausfertigung von Rechtsbeschlüssen und der rechtlichen Bewältigung von Konflikten beteiligt. Besonderes Aufsehen erregte die Kanzlei unter seiner Federführung bei der strikten Durchsetzung der ''Verfestigung'' gegen Raubritter und Rechtsbrecher nach den Prinzipien des Sachsenspiegels. | ||
== | ==Familie & Gefolge== | ||
Mattheus entstammt einer schöffenbarfreien Familie aus Einsiedeln in der Schwyz. Seine engste familiäre und politische Bindung besteht zu seinem Vetter [[Rolf Stauffacher]], dem Schutzvogt von Geldern, mit dem er gemeinsam die Freistätte führt. | |||
Als gewählter Hauptmann der ''Kompanie vom Roten Sporn'' führt er die verbliebenen Veteranen der Söldnereinheit, die in Geldern eine neue Heimat gefunden haben. Zudem pflegt er durch seine Arbeit in der Kanzlei engste Verbindungen zu Graf [[Lothar Heinrich von Holdstewik]] sowie zur Freiin Luise von Mayenburg, für die er lange als Vormund waltete. | |||
== Zitate == | ==Zitate== | ||
* ''„Ferrum nobilitatem non novit.“'' (Sinngemäß: ''„Adel schützt vor Eisen nicht.“'') | * ''„Ferrum nobilitatem non novit.“'' (Sinngemäß: ''„Adel schützt vor Eisen nicht.“'') | ||
* ''„Vor der Schärfe des Rechts zerfällt jeder falsche Adel zu Staub.“'' | * ''„Vor der Schärfe des Rechts zerfällt jeder falsche Adel zu Staub.“'' | ||
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* ''„Es ist recht, aber nicht rechtens.“'' | * ''„Es ist recht, aber nicht rechtens.“'' | ||
== Trivia == | ==Trivia== | ||
=== Der Flandernkrieg === | |||
Die Ereignisse der Sporenschlacht (1302) dienen Mattheus bis heute als historisch-ideologisches Fundament für seine geringe Ehrfurcht vor bloßen Titeln und überheblichen Rittern. | |||
=== Das Doppelamt === | |||
Als Kanzleiherr der Herrschaft Holdstewik und Hauptmann zu Geldern verbindet Mattheus die juristische Feder der Kanzlei mit dem Arm der Schutzvogtei. | |||
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Version vom 27. Juli 2026, 02:00 Uhr
| Mattheus Konrad von Kurfeldt | |
|---|---|
| Charakter | |
| Gefolge: | |
| Stand: | Gemein |
| Titel: | Hauptmann |
| Geburt: | ca. 1272 |
| Status: | Lebendig |
| Spieler | |
| Aktiv seit: | 15.11.2025 |
| Spielername: | Erzkanzler |
Mattheus von Kurfeldt ist ein schwyzer Rechtsgelehrter und kampferprobter Reisläufer, der im Jahr 1304 als Hauptmann des Schutzvogtes Rolf Stauffacher zu Geldern und Kanzleiherr der Herrschaft Holdstewik agiert. Seine Person vereint die universitären Lehren eines in Oberitalien ausgebildeten Rechtsgelehrten mit der Erfahrung eines Söldners. Geprägt durch die politischen Spannungen und Aufstände in seiner eidgenössischen Heimat, vertritt er konsequent den Grundsatz, dass das verbriefte Landrecht für alle, gemäß ihrem Stande, gilt. Fehlbare oder landfriedensbrechende Adelige haben in seinen Augen jeglichen Anspruch auf Privilegien verwirkt.
Aussehen & Wesen
Mattheus ist ein Mann von aufrechter, disziplinierter Statur, der trotz seiner akademischen Laufbahn eine unverkennbare militärische Präsenz ausstrahlt. Sein Gesicht ist ebenmäßig und von gepflegtem, kurzem dunklem Gesichtshaar umrahmt. Dichtes, dunkelbraunes Haar ist sauber geschnitten und verleiht ihm ein reifes, entschlossenes Auftreten. Seine dunklen Augen blicken wachsam, aufmerksam und stets berechnend. Wenn er nicht im Harnisch auf dem Feld steht, trägt er als Kanzleiherr ein repräsentatives Hofgewand: einen tiefdunkelgrünen, waldgrünen Wams mit feinen goldenen Borten und Stickereien an den Rändern, darüber einen breiten Ledergürtel mit goldener Schnalle sowie schlichte, dunkle Stiefel – ein Gewand, das akademische Würde mit der Handlungsfähigkeit eines Offiziers verbindet.
Vom Wesen her ist Mattheus ein bedachter und pragmatischer Gelehrter. Die innere Logik seines Handelns speist sich aus seiner Herkunft und seiner Bildung. Obwohl er fest in den Dienst adliger Herrscherstrukturen eingebunden ist, rechtfertigt er dies durch eine scharfe Trennung von gerechter Herrschaft und adliger Tyrannei. Grafen wie Lothar dienen in seiner Auffassung als Verkörperung des gerechten Gesetzes. Begeht ein Adliger jedoch Rechtsbruch, etwa durch Schirmung von Kriminellen oder Landfriedensbruch, verliert er für Mattheus jegliche Legitimität. Seine Verachtung für Raubritter, deren Hochmut er bereits in Flandern brechen sah, ist entsprechend groß.
Geschichte
Herkunft und frühe Jahre
Mattheus wurde im späten 13. Jahrhundert in Einsiedeln, unweit des Fleckens Schwyz, in einen schöffenbarfreien Stand geboren. Seine erste Bildung erhielt er in der dort ansässigen Reichsabtei St. Maria, wo er das Lesen, Schreiben und die Grundlagen klösterlicher Disziplin erlernte. In dieser Zeit wurde er unmittelbar Zeuge der politischen Unruhen innerhalb der Waldstätte. Das Aufbegehren der lokalen Bevölkerung gegen den Amtsmissbrauch und die Willkür der habsburgischen Adelsherrschaft (der Vögte) prägte sein Verständnis von Herrschaft, Unrecht und wehrhafter Gerechtigkeit nachhaltig.
Studium und Söldnerdienste
Bevor sich Mattheus der universitären Laufbahn widmete, verdingte er sich zeitweise als Reisläufer auf den umkämpften Pfaden seiner Heimat. Den dabei verdienten Sold und sein Erbe nutzte er, um seinen Weg nach Oberitalien zu finanzieren. Dort absolvierte er zunächst ein Grundstudium der Sieben Freien Künste (Septem artes liberales). Im Anschluss wandte er sich an den renommierten Universitäten von Bologna und Padua der Jurisprudenz zu. Er schloss seine Ausbildung in beiden Rechten, dem weltlichen Römischen und dem kirchlichen Kanonischen Recht, erfolgreich ab und formte sich so zum Verfechter einer eisernen und gerechten Ordnung.
Sporenschlacht und Deutscher Orden
Während seiner Studienjahre in Padua knüpfte Mattheus erste Kontakte zum Deutschen Orden, dessen Hochmeister seinen Sitz zu jener Zeit im nahegelegenen Venedig unterhielt. Bevor er jedoch in den Dienst des Ordens eintrat, holte ihn das militärische Handwerk noch einmal ein: Im Sommer 1302 zog er mit der „Kompanie vom Roten Sporn“ in den Flandernkrieg. Er nahm an der Sporenschlacht teil, in der ein Heer aus bürgerlichem Fußvolk das teuerste und stolzeste Ritterheer Europas vernichtend schlug. Als der Hauptmann der Kompanie im Gemetzel fiel, wählten die wenigen Überlebenden Mattheus zu ihrem neuen Anführer. Aufgrund der schweren Verluste blieb die Einheit in der Folgezeit jedoch weitgehend inaktiv.

Wegen einer Verwundung in jener Schlacht trat Mattheus daraufhin als Halbbruder und Prokurator (Rechts- und Verwaltungsbeamter) offiziell in den Dienst des Deutschen Ordens. Seine Aufgaben führten ihn aus Italien in die rauen Lande Preußens zur Komturei Elbing und schließlich weiter auf die Insel Ottonien. Dort begleitete er die verwaiste Tochter Luise des brandenburgischen Freiherrn Heinrich von Mayenburg als Vormund. Diese hatte zu jener Zeit noch hohe Schulden beim Orden, welche durch Mattheus in dessen Namen verwaltet werden sollten. Die Ländereien und der Besitz Luises auf Ottonien gehörten zu dieser Zeit noch dem Orden und der Hanse als Pfand.
Wirken in Holdstewik und Geldern (1304)
Nach der Begleichung der Schuld Luises wurde Mattheus während seiner Zeit in Ottonien ehrenhaft aus den Diensten und Gelübden des Ordens entlassen. Da sich mittlerweile auch sein Vetter Rolf Stauffacher in Ottonien mit einigen Gefolgsleuten niedergelassen hatte und dort als Schutzvogt zu Geldern waltete, überließ dieser Mattheus ein Landgut und gewährte zugleich weiteren Reisigen der Kompanie vom Roten Sporn Unterschlupf. Im Laufe der Zeit stieg Mattheus zum Stellvertreter Rolfs auf und übernahm fortan die Vertretung der Schutzvogtei als „Hauptmann zu Geldern“ nach außen.
Im Jahr 1304 endete die Vormundschaft über Luise endgültig und Mattheus trat in der Herrschaft Holdstewik in Erscheinung. Jene hatte viele der Ländereien von Luise übernommen, da sich diese auf ihr Allod in Mayenburg zurückgezogen hatte.
Heute bekleidet er das Amt des Kanzleiherrn für Graf Lothar Heinrich von Holdstewik und fungiert zeitgleich als Hauptmann des Schutzvogtes zu Geldern. In dieser Position ist er maßgeblich an der diplomatischen Korrespondenz, der Ausfertigung von Rechtsbeschlüssen und der rechtlichen Bewältigung von Konflikten beteiligt. Besonderes Aufsehen erregte die Kanzlei unter seiner Federführung bei der strikten Durchsetzung der Verfestigung gegen Raubritter und Rechtsbrecher nach den Prinzipien des Sachsenspiegels.
Familie & Gefolge
Mattheus entstammt einer schöffenbarfreien Familie aus Einsiedeln in der Schwyz. Seine engste familiäre und politische Bindung besteht zu seinem Vetter Rolf Stauffacher, dem Schutzvogt von Geldern, mit dem er gemeinsam die Freistätte führt.
Als gewählter Hauptmann der Kompanie vom Roten Sporn führt er die verbliebenen Veteranen der Söldnereinheit, die in Geldern eine neue Heimat gefunden haben. Zudem pflegt er durch seine Arbeit in der Kanzlei engste Verbindungen zu Graf Lothar Heinrich von Holdstewik sowie zur Freiin Luise von Mayenburg, für die er lange als Vormund waltete.
Zitate
- „Ferrum nobilitatem non novit.“ (Sinngemäß: „Adel schützt vor Eisen nicht.“)
- „Vor der Schärfe des Rechts zerfällt jeder falsche Adel zu Staub.“
- „Littera scripta manet.“ („Das geschriebene Wort bleibt bestehen.“)
- „Es ist recht, aber nicht rechtens.“
Trivia
Der Flandernkrieg
Die Ereignisse der Sporenschlacht (1302) dienen Mattheus bis heute als historisch-ideologisches Fundament für seine geringe Ehrfurcht vor bloßen Titeln und überheblichen Rittern.
Das Doppelamt
Als Kanzleiherr der Herrschaft Holdstewik und Hauptmann zu Geldern verbindet Mattheus die juristische Feder der Kanzlei mit dem Arm der Schutzvogtei.
