Kompanie vom Roten Sporn
Die Kompanie vom Roten Sporn (vor 1302 bekannt als Rote Kompanie) ist eine in den späten 1290er Jahren gegründete, kampferprobte Söldnereinheit, deren Ursprünge in den eidgenössischen Waldstätten liegen. Ursprünglich in Flandern und Oberitalien operierend, fungiert sie heute als aktive, weltliche Schutzmannschaft der geistlichen Hospitalstiftung zu Geldern auf der Insel Ottonien. Die Truppe steht unter dem Befehl ihres Hauptmanns Mattheus von Kurfeldt und hat dem Stifter Rolf Stauffacher die Treue geschworen.
Geschichte
Ursprünge als Rote Kompanie
Die Wurzeln der Kompanie liegen in den Talschaften der Schwyz. Angetrieben von Armut und dem zunehmenden Druck der habsburgischen Obrigkeit, verließen viele junge Männer, einfache Hangbauern und Handwerker ihre Heimat, um sich als Reisläufer (Söldner) zu verdingen. Sie schlossen sich zu einem festen Banner zusammen, das zunächst schlicht unter dem Namen Rote Kompanie bekannt war. Zu den frühen Mitgliedern und Ausbildern zählten unter anderem Rolf Stauffacher und sein Bruder Olf Stauffacher, der die Logistik und das Quartiermeisteramt übernahm, sowie der Rüstschmied Sigbert (heute Bruder Sigbert).

Der Flandernkrieg und die Sporenschlacht (1302)
Im Sommer 1302 zog die Rote Kompanie nach einigen vorherigen Einsätzen auch in den Flandernkrieg. Auf den flandrischen Feldern trafen sie auf das gewaltige, schwer gepanzerte Ritterheer des französischen Königs. Ausgerüstet mit einer neuen, von Rolf Stauffacher entwickelten Stangenwaffe, dem heute als solchen bekannten Gelderner Krähenschnabel, stand das Fußvolk der Kompanie den Reitern gegenüber.
In dem blutigen Gemetzel, das als die "Sporenschlacht" in die Geschichte eingehen sollte, vernichteten die einfachen Fußsoldaten die elitäre französische Reiterei fast vollständig. Der bisherige Hauptmann der Kompanie fiel jedoch im Kampf. Inmitten des Leichenfeldes, auf dem die goldenen Sporen der erschlagenen Ritter gesammelt wurden, wählten die Überlebenden den jungen Rechtsgelehrten und Kämpfer Mattheus von Kurfeldt zu ihrem neuen Hauptmann. Ihm zur Seite stellte sich Lambert de Sartenieu, ein enteigneter Edelmann, der sich der Truppe im Kampf gegen den französischen König angeschlossen hatte.
Zu Ehren dieses historischen Sieges über den Hochmut des Adels benannte sich die Einheit in die Kompanie vom Roten Sporn um.
Übergangsjahre und Reise nach Ottonien
Bedingt durch schwere Verluste und eine Verwundung des neuen Hauptmanns Mattheus trat dieser zeitweise als Prokurator in den Dienst des Deutschen Ordens, wodurch die Kompanie vorübergehend führerlos war. Die verbliebenen Veteranen, darunter Alric Le Roux und Lambert de Sartenieu, blieben jedoch über ihre Herkunft und Loyalitäten verbunden.
Rolf Stauffacher führte den harten Kern der Veteranen und ihre Familien schließlich auf Schiffen gen Ottonien, um fernab der alten Konflikte eine neue Heimat zu finden. Auf dem verwaisten Lehen Weiherstein begründeten sie die Freistätte Geldern.
Die Schutzmannschaft von Geldern (1304–heute)
Als Mattheus von Kurfeldt im Jahr 1304 ehrenhaft aus den Diensten des Ordens entlassen wurde, stieß er zu seinen alten Weggefährten in Geldern. Er übernahm formell wieder den Rang des Hauptmanns der Kompanie.
Mit der Umwandlung Gelderns in ein geistliches Hospital im Sommer 1304 erhielt die Kompanie vom Roten Sporn einen neuen, fest definierten Auftrag, Sie bildet seither die weltliche Schutzmannschaft der Stiftung. Streng getrennt vom geistlichen Konvent des Priors, sorgen die Söldner für die Wahrung des Landfriedens, den Schutz der Kranken und Pfründner sowie die militärische Abschreckung gegen Raubritter und Mährsteiner Rebellen.
Organisation und Taktik
Die Führung obliegt dem Hauptmann (Mattheus von Kurfeldt). Dessen direkter Stellvertreter ist Lambert de Sartenieu, der heute vornehmlich den Drill und die Ausbildung der Truppe leitet.
Standorte
Das Haus des Roten Sporns
Der militärische und organisatorische Mittelpunkt der Kompanie ist das Haus des Roten Sporns im Westen der Siedlung Geldern. Es dient als Garnison, Zeughaus und Versammlungsort für die Veteranen. Das Gebäude gehört rechtlich zum Stiftungsgut, unterliegt aber nicht der klösterlichen Klausur der Ordensbrüder. Hier lagern die Waffen, Rüstungen und Vorräte der Schutztruppe.
Bekannte Mitglieder
- Mattheus von Kurfeldt: Amtierender Hauptmann der Kompanie.
- Lambert de Sartenieu: Stellvertreter des Hauptmanns und Ausbilder.
- Alric Le Roux: Flandrischer Veteran der Sporenschlacht, derzeit abwesend.
- Rolf Stauffacher: Ehemaliger Kämpfer und Schmied, heutiger Patron der Stiftung zu Geldern.
- Olf Stauffacher: Ehemaliger Quartiermeister und Logistiker der Kompanie, derzeit abwesend.
- Bruder Sigbert: Ehemaliger Rüstschmied der Kompanie, heute Novize im Hospital.
Trivia
- Unter Edelherren der Insel Ottonien genießt die Kompanie teils einen etwas suspekten Ruf, da die Truppe dafür berüchtigt ist, adlige Gefangene im Feld nicht wegen eines Lösegeldes zu schonen, wenn diese als Landfriedensbrecher gelten.