Gottfried von Memleben
Gottfried von Memleben war der letzte Herzog der Memleben‑Dynastie und regierte das kleine Herzogtum Ottonien an der nördlichen Grenze des Heiligen Römischen Reiches bis zu seinem Exil. Er war Vater des amtierenden Herzogs Heinrich von Memleben und ist vor allem für seine umfassenden Verwaltungsreformen bekannt.
Verwaltungsreformen
Gottfried von Memleben hatte sich bei seinen Lehnsmännern unbeliebt gemacht, indem er seine Gefolgsleute durch das Land ziehen ließ, um nach dem Vorbild des englischen Domesday Book weitreichende Erhebungen über den Grund- und Viehbesitz auf der Insel vorzunehmen. Besonders die auf der Insel wirtschaftlich wichtigen Schafherden sollten zur Besteuerung genau ermittelt werden. Hierdurch ist der ehemalige Herzog im Volk noch heute als Alter Schafszähler bekannt.
Die daraus resultierende klare Aufteilung der Lehen sorgte dafür, dass jeder Lehnsherr ein genau definiertes Stück Land erhielt und die dort erwirtschafteten Steuern an den Herzog abführen musste. Nach der sogenannten Verheerung, als das Land ins Chaos stürzte und neue Siedler kamen, erleichterte diese Struktur die schnelle Vergabe neuer Lehen und trug maßgeblich zur Wiedererlangung der Stabilität bei.
Exil und Tod
Gottfrieds Rückzug nach Schwerin im Jahre 1294 markierte den Verlust seiner direkten Herrschaft über Ottonien. Dort starb er nach Jahren des Exils an Krankheit. Sein Sohn Heinrich war aufgrund seines Alters noch nicht in der Lage, die Kontrolle über die Insel zurückzugewinnen. Erst als Heinrich im Jahre 1300 erneut auf die Insel zurückkehrte und zum Herzog ernannt wurde, konnte die Herrschaft der Familie Memleben fortgeführt werden.