Mattheus von Kurfeldt

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Mattheus Konrad von Kurfeldt
Charakter
Gefolge: Geldern (Vogtei)
Stand: Schöffenbarfrei
Titel: Hauptmann, Statthalter, Kanzleiherr, Magister
Geburt: ca. 1272
Status: Lebendig
Spieler
Aktiv seit: 15.11.25
Spielername: Erzkanzler


Mattheus ist ein schwyzer Rechtsgelehrter und kampferprobter Reisläufer, der im Jahr 1304 als Statthalter des Vogtes Rolf Stauffacher zu Geldern und Kanzleiherr der Grafschaft Holdstewik-Dornach agiert. Seine Person vereint die akademische Präzision eines in Oberitalien ausgebildeten Rechtsgelehrten mit der Erfahrung eines Söldners. Geprägt durch die politischen Spannungen und Aufstände in seiner eidgenössischen Heimat, vertritt er konsequent den Grundsatz, dass das verbriefte Landrecht für alle, gemäß ihrem Stande, gilt. Fehlbare oder landfriedensbrechende Adelige haben in seinen Augen jeglichen Anspruch auf Privilegien verwirkt.

Leben und Werdegang

Herkunft und frühe Jahre

Mattheus wurde im späten 13. Jahrhundert in Einsiedeln, unweit des Fleckens Schwyz, in einen schöffenbarfreien Stand geboren. Seine erste Bildung erhielt er in der dort ansässigen Reichsabtei St. Maria, wo er das Lesen, Schreiben und die Grundlagen klösterlicher Disziplin erlernte. In dieser Zeit wurde er unmittelbar Zeuge der politischen Unruhen innerhalb der Waldstätte. Das Aufbegehren der lokalen Bevölkerung gegen den Amtsmissbrauch und die Willkür der habsburgischen Adelsherrschaft (der Vögte) prägte sein Verständnis von Herrschaft, Unrecht und wehrhafter Gerechtigkeit nachhaltig.

Studium und Söldnerdienste

Bevor sich Mattheus der universitären Laufbahn widmete, verdingte er sich zeitweise als Reisläufer auf den umkämpften Pfaden seiner Heimat. Den dabei verdienten Sold und sein Erbe nutzte er, um seinen Weg nach Oberitalien zu finanzieren. Dort absolvierte er zunächst ein Grundstudium der Sieben Freien Künste (Septem artes liberales). Im Anschluss wandte er sich an den renommierten Universitäten von Bologna und Padua der Jurisprudenz zu. Er schloss seine Ausbildung in beiden Rechten, dem weltlichen Römischen und dem kirchlichen Kanonischen Recht (Iuris utriusque), erfolgreich ab und formte sich so zu einem unerbittlichen Verfechter einer eisernen und gerechten Ordnung.

Sporenschlacht und Deutscher Orden

Während seiner Studienjahre in Padua knüpfte Mattheus erste Kontakte zum Deutschen Orden, dessen Hochmeister seinen Sitz zu jener Zeit im nahegelegenen Venedig unterhielt. Bevor er jedoch in den Dienst des Ordens eintrat, holte ihn das militärische Handwerk ein: Im Sommer 1302 zog er mit der „Kompanie vom Roten Sporn“ in den Flandernkrieg. Er nahm an der Sporenschlacht (11. Juli 1302) teil, in der ein Heer aus bürgerlichem Fußvolk das teuerste und stolzeste Ritterheer Europas vernichtend schlug. Als der Hauptmann der Kompanie im Gemetzel fiel, wählten die wenigen Überlebenden Mattheus zu ihrem neuen Anführer. Aufgrund der schweren Verluste blieb die Einheit in der Folgezeit jedoch weitgehend inaktiv.

Das Wappen derer von Kurfeldt zu Geldern, ebenso jenes Wappen der "Kompanie vom Roten Sporn".
Das Wappen derer von Kurfeldt zu Geldern, ebenso jenes Wappen der "Kompanie vom Roten Sporn".

Wegen einer Verwundung in jener Schlacht, trat Mattheus daraufhin als Halbbruder und Prokurator (Rechts- und Verwaltungsbeamter) offiziell in den Dienst des Deutschen Ordens. Seine Aufgaben führten ihn aus Italien in die rauen Lande Preußens zur Komturei Elbing und schließlich weiter auf die Insel Ottonien. Dort begleitete er die verwaiste Tochter Luise des Freiherrn Heinrich von Mayenburg als Vormund. Diese hatte zu jener Zeit noch hohe Schulden beim Orden, welche durch Mattheus in dessen Namen verwaltet werden sollten. Die Ländereien und der Besitz Luises auf Ottonien gehörten zu dieser Zeit noch dem Orden und der Hanse als Pfand.

Wirken in Holdstewik und Geldern

Nach der Begleichung der Schuld Luises wurde Mattheus während seiner Zeit in Ottonien ehrenhaft aus den Diensten und Gelübden des Ordens entlassen. Da sich mittlerweile auch sein Vetter Rolf Stauffacher in Ottonien mit einigen Gefolgsleuten niedergelassen hatte und dort als Schutzvogt zu Geldern waltete, überließ dieser Mattheus ein Landgut und gewährte zugleich weiteren Reisigen der Kompanie vom Roten Sporn Unterschlupf. Im Laufe der Zeit stieg Mattheus zum Statthalter Rolfs auf und übernahm fortan die Vertretung der Schutzvogtei nach außen.

Im Jahr 1304 endete die Vormundschaft über Luise endgültig und Mattheus trat in der Herrschaft Holdstewik in Erscheinung. Jene hatte viele der Ländereien von Luise übernommen, da sich diese auf ihr Allod in Mayenburg zurückgezogen hatte.

Heute bekleidet er das Amt des Kanzleiherrn für Graf Lothar Heinrich von Holdstewik und fungiert zeitgleich als Statthalter des Vogtes zu Geldern. In dieser Position ist er maßgeblich an der diplomatischen Korrespondenz, der Ausfertigung von Rechtsbeschlüssen und der rechtlichen Bewältigung von Konflikten beteiligt. Besonderes Aufsehen erregte die Kanzlei unter seiner Federführung bei der strikten Durchsetzung der Verfestigung gegen Raubritter und Rechtsbrecher nach den Prinzipien des Sachsenspiegels.

Persönlichkeit und Ideologie

Die innere Logik von Mattheus’ Handeln speist sich aus seiner Herkunft und seiner Bildung. Obwohl er selbst fest in den Dienst adliger Herrscherstrukturen eingebunden ist, rechtfertigt er dies durch eine messerscharfe Trennung von gerechter Herrschaft und adliger Tyrannei. Grafen wie Lothar dienen in seiner Auffassung als Verkörperung des gerechten Gesetzes.

Begeht ein Adliger jedoch Rechtsbruch, etwa durch Schirmung von Kriminellen oder Landfriedensbruch, verliert er für Mattheus jegliche Legitimität. Seine juristische Verachtung für Raubritter, deren Hochmut er bereits in Flandern brechen sah, ist absolut.

Zitate

  • „Ferrum nobilitatem non novit.“ (Sinngemäß: „Adel schützt vor Eisen nicht.“)
  • „Vor der Schärfe des Rechts zerfällt jeder falsche Adel zu Staub.“
  • „Littera scripta manet.“ („Das geschriebene Wort bleibt bestehen.“)
  • „Es ist recht, aber nicht rechtens.“

Trivia

  • Die Ereignisse der Sporenschlacht dienen als historisch-ideologisches Fundament für seine geringe Ehrfurcht vor bloßen Titeln und überheblichen Rittern.