Achental: Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichte==
==Geschichte==
===Frühzeit und Bindung an Rabenstad===
===Die Ursprünge von Rungholt===
Seit Anbeginn stand die Abtei Achental unter der weltlichen Schutzherrschaft Rabenstads und verwaltete in dessen Ordnung das Lehen Holmheim. Diese Verbindung galt lange als rechtmäßig und notwendig, da geistliche Häuser in unsicheren Zeiten auf weltlichen Schutz angewiesen waren.
Vor der Entstehung der Abtei Achental lag im Lehen Holmheim ein Dorf, welches den Namen '''Rungholt''' trug. Dieses Dorf stand unter der Führung des '''Lehnsmannes Valandor''', welcher das Lehen in Treue und Verpflichtung gegenüber der Herrschaft Rabenstads verwaltete. Höfe wurden errichtet und erweitert, und mit wachsender Zahl der Bewohner entstand bald auch eine Kapelle, welche als erster geistlicher Mittelpunkt diente.
===Excessus Auctoritatis in Achental===
In den Jahren der jüngsten Unruhe kam es zu einem schwerwiegenden Bruch zwischen der Abtei Achental und ihrem bisherigen Schutzherrn. Der ehemalige Vogt und Herr von Rabenstad, Abel von Niederpölt, überschritt in den Angelegenheiten der Abtei die ihm gesetzten Grenzen. Er griff in Bereiche ein, die weder seiner Gerichtsbarkeit noch seiner weltlichen Befugnis unterstanden, und trat als Richter in Dingen auf, die der geistlichen Ordnung vorbehalten waren.


So ließ er zwei geladene Gäste des Klosters ausweisen und berief sich dabei auf die Missachtung einer Ächtung, obgleich diese weder rechtmäßig ausgesprochen noch rechtskräftig war. Diese Handlung geschah ohne Gericht, ohne gültiges Verfahren und ohne Zustimmung der Abtei. Darüber hinaus ließ Abel im Namen der Abtei Verkündungen verlesen, ohne hierzu befugt zu sein. Solche Eingriffe galten als unrechtmäßige Einmischung in geistliche Angelegenheiten und stellten einen schweren Bruch der bestehenden Ordnung dar.
Doch in den Tagen seines Wirkens begann Valandor, sich der Ordnung Rabenstads zu entziehen. Er suchte, Hörige, Handwerker, Händler sowie Waffenknechte aus den Landen Rabenstads und Rungholts für sein Vorhaben zu gewinnen und stellte ein eigenes Aufgebot zusammen, offenbar in der Absicht, die bestehende Herrschaft zu stürzen und die Lande unter eigene Gewalt zu bringen. Unterstützung fand er hierbei jedoch nur in begrenztem Maße, und ehe sich seine Gefolgschaft festigen konnte, wurde sein Vorhaben erkannt.


So wurde nicht allein die Autorität der Abtei verletzt, sondern auch das Vertrauen zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt nachhaltig erschüttert. Die Ereignisse, welche später in den Schriften teils als "Excessus Auctoritatis in Achental" bezeichnet wurden, führten schließlich zur Auflösung der bisherigen Ordnung und zur Loslösung der Abtei von Rabenstad.
Die dem Herrn von Rabenstad treuen Waffenknechte stellten sich unter Führung ihres Vogtes Abel von Niederpölt gegen Valandor und bereiteten seinem Aufstand ein rasches Ende. Valandor wurde mit einer kleinen Schar Getreuer aus den Landen vertrieben und floh aus der Herrschaft der Grafschaft Nebelhain. Es wird berichtet, dass er mit seinen Männern in einem verwaisten Lehen nördlich Nebelhains Zuflucht fand, von wo aus später erneut Unruhe in die Lande getragen werden sollte. In der Folge wurden die verbliebenen Männer Valandors gefasst und in den Kerkern Nebelhains gefangen gesetzt, nachdem ihre Umtriebe abermals Unordnung gestiftet hatten. Valandor selbst entzog sich diesem Zugriff und wurde seither nicht wieder in den Landen Ottoniens gesehen.
===Das Gesuch an Nebelhain===
Angesichts dieser Vorgänge wandte sich Abt Wolle von Achental an den Freiherrn Ludwig von Nebelhain und ersuchte ihn, die Loslösung der Abtei von Rabenstad zu billigen und ihr neuen Schutz zu gewähren. Der Freiherr zeigte sich dem Anliegen gegenüber geneigt, da die geschilderten Handlungen als ordnungswidrig erkannt wurden.


Doch dieses Gesuch rief Widerstand hervor. Abel von Niederpölt widersetzte sich der Loslösung und erhob Anspruch auf die bestehende Bindung. So entstand ein offener Konflikt um Recht, Autorität und Zuständigkeit.
In diesen Ereignissen findet sich auch ein früher Bezug zu '''Albinia''', welche in jenen Tagen als Vertreterin Valandors auftrat. Obgleich ihr Einfluss auf dessen Handeln begrenzt war, fiel doch ein Teil der Verantwortung für die Vorgänge auf sie zurück, was später zu weiteren Spannungen beitragen sollte. So wurde die bestehende Ordnung gewaltsam wiederhergestellt, doch blieben die Folgen dieser Ereignisse noch lange in Erinnerung.


===Der Aufbruch nach Wegscheide===
=== Die Einsetzung Wolles und die Blüte Rungholts ===
Da keine Einigung erzielt werden konnte und die Lage für die Abtei zunehmend unsicher wurde, traf die Gemeinschaft eine folgenschwere Entscheidung. Die Abtei Achental gab das Lehen Holmheim auf und verließ ihre bisherigen Lande. In geordnetem Zuge wurde der Besitz der Abtei gesichert. Männer aus den Landen [[Warglau|Warglaus]] sowie aus [[Neeihaven|Neeihavens]] unterstützten die Geistlichen. Mit Karren, Pferden und eigener Hände Arbeit wurden Vorräte, Geräte und Güter geborgen und nach Wegscheide verbracht.
Nach der Vertreibung Valandors setzte Abel von Niederpölt den '''Priester Wolle'''  in, welcher als Mann des Glaubens und der Ordnung geschätzt wurde Rungholt begann unter dieser Ordnung zu florieren. Neue Höfe wurden errichtet, und weitere Bewohner siedelten sich an.


Dort wurde ein Lager eingerichtet, auf dass weder Verlust noch Unordnung die Gemeinschaft weiter schwäche. Dieser Aufbruch bedeutete den Bruch mit der alten Ordnung, doch zugleich die bewusste Hinwendung zu einer neuen.
In dieser Zeit entstand auch eine Backsteinkirche, welche aufgrund ihrer massiven, blockhaften Bauweise weithin bekannt wurde. Der Bau derselben erfolgte durch einen vom Vogt bestellten Baumeister und wurde auf dessen Geheiß hin ausgeführt. Eine weitergehende Abstimmung mit der geistlichen Gemeinschaft wird in den Aufzeichnungen jener Zeit nicht ausdrücklich erwähnt. Es wird jedoch berichtet, dass die Ausführung und Gestalt des Bauwerks innerhalb der Gemeinschaft nicht einhellig aufgenommen wurden und unter den Geistlichen vereinzelt Anlass zu stiller Missbilligung gaben.


===Die Neuordnung und die Bitte um Schutz===
Unter der Führung Wolles wurde die bestehende Siedlung weiter gefestigt und erweitert. Durch die '''Stiftung Rabenstads''' entstand eine Abtei, welche fortan das geistliche Zentrum der Region bildete. Das Dorf Rungholt gewann an Bedeutung, und das Leben ordnete sich in wachsender Beständigkeit.
In der ersten Woche des Monats April trat Abt Wolle an Roman von Marienburg heran und ersuchte ihn, die weltliche Schutzherrschaft über die Abtei zu übernehmen. Die Abtei suchte Schutz innerhalb der Herrschaft Nebelhains, jedoch unter einer Ordnung, welche ihre Rechte achtete. In Anwesenheit des Priors Friedrich wurden die Bedingungen eines neuen Verhältnisses ausgehandelt. Mehrere Fassungen des Vertrages wurden beraten, bis eine Einigung erzielt werden konnte.
 
===Der Beginn der Spannungen===
Mit dem weiteren Wachstum der Siedlung entstand der Plan, ein größeres Kloster in Rungholt zu errichten.
 
Doch noch ehe dieser Plan in geordneter Weise umgesetzt werden konnte, griff Vogt Abel von Niederpölt ohne Absprache in die Angelegenheiten ein, wohl in dem Bestreben, die Entwicklung der Siedlung enger unter weltlicher Aufsicht zu halten. Er übernahm eigenmächtig die Planung des Klosterbaus und ließ nach einem Baumeister rufen, welcher sich bald fand. Die Kosten für Planung und Aufsicht des Baus wurden auf eine beträchtliche Summe von 6 Goldgulden veranschlagt. Diese Eingriffe galten als erster sichtbarer Bruch in der Abstimmung zwischen geistlicher und weltlicher Ordnung und markierten den Beginn jener Spannungen, die später zur '''''Excessus Auctoritatis in Holmheim''''' führen sollten.
 
===Bindung an Rabenstad===
Die Gemeinschaft, welche aus der Abtei zu Rungholt hervorging, stand weiterhin unter der weltlichen Schutzherrschaft Rabenstads und verwaltete in dessen Ordnung das Lehen Holmheim. Diese Verbindung galt lange als notwendig, doch traten mit der Zeit zunehmende Spannungen zwischen geistlicher Eigenständigkeit und weltlicher Einflussnahme hervor.
 
Der Vogt übte hierbei Schutz, Gericht und äußere Ordnung über die Lande aus, während die Abtei in geistlichen Dingen eigenständig blieb, solange die bestehende Ordnung gewahrt wurde.
 
=== Excessus Auctoritatis in Holmheim ===
In den Jahren wachsender Unruhe kam es schließlich zum offenen Bruch zwischen der Abtei und ihrem bisherigen Schutzherrn. Abel von Niederpölt überschritt in den Angelegenheiten der Abtei die ihm gesetzten Grenzen. Er griff in Bereiche ein, die weder seiner Gerichtsbarkeit noch seiner weltlichen Befugnis unterstanden, und trat als Richter in Dingen auf, die der geistlichen Ordnung vorbehalten waren. Darüber hinaus ließ er im Namen der Abtei Verkündungen verlesen, indem er seine Vogteirechte in einer Weise auslegte, die über das hergebrachte Maß hinausging. So wurde nicht allein die Autorität der Abtei verletzt, sondern auch das Verhältnis zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt nachhaltig erschüttert.
 
Diese Spannungen wurden durch einen bereits zuvor bestehenden Streit weiter verschärft. Die aus Neeihaven stammenden Wulf und Albinia, welche in früherer Zeit mit den Ereignissen um Rungholt in Verbindung standen, waren bereits Ziel einer Ächtung durch Abel geworden. Diese war nach Zahlung einer Buße zeitweise aufgehoben worden, doch blieb das Verhältnis belastet. Als es zu einem '''Diebstahl in der Waffenkammer der Burg Rabenstad''' kam, nutzte Abel die Umstände, um erneut Verdacht auf Wulf zu lenken, obgleich ein schlüssiger Beweis nicht vorlag. In der Folge ließ er abermals Schmähungen verkünden und sprach eine neue Ächtung aus, welche er auch von den Toren des Klosters aus verkünden ließ. Diese Handlungen wurden von der Abtei als unrechtmäßiger Eingriff gewertet und trugen wesentlich zur weiteren Eskalation der Lage bei, zumal sie die Abtei in eine Auseinandersetzung hineinzogen, die nicht aus ihrem eigenen Wirken hervorgegangen war.
 
In diesen Tagen trat Abt Wolle an den Freiherrn Ludwig von Nebelhain heran und ersuchte ihn um die Gewährung eines neuen weltlichen Schutzes. Damit verband sich der Antrag, die bestehende '''Bindung an Rabenstad zu lösen'''. Der Freiherr zeigte sich diesem Anliegen gegenüber geneigt, und die notwendigen Schritte wurden in geordneter Weise eingeleitet. Es ist jedoch anzumerken, dass von Seiten der Abtei keine erneute Annäherung an die Herrschaft Rabenstads gesucht wurde, um die bestehenden Spannungen beizulegen. Stattdessen wurde die Loslösung auf dem Wege der gerichtlichen und öffentlichen Ordnung vorangetrieben.
 
Die Lage verschärfte sich endgültig, als Abel auch eine gegen ihn selbst ausgesprochene Ächtung missachtete und dennoch handelte. Es wird berichtet, dass er versuchte, durch angeworbene Kräfte gegen jene vorzugehen, die er beschuldigte. In der Folge wurde er gefasst und vor das Gericht zu Neeihaven geführt, wo sein Verhalten als unrechtmäßig erkannt und verurteilt wurde. Im Zuge dieser Verhandlungen wurde die Loslösung der Abtei Achental von der bisherigen Ordnung öffentlich vor Zeugen kundgetan, obgleich sie nicht unmittelbarer Teil des Urteils war. Gleichwohl festigte dieser Schritt den Bruch zwischen der Abtei und der Herrschaft Rabenstads endgültig.
 
Abel von Niederpölt widersetzte sich jedoch weiterhin dieser Entwicklung und erhob Anspruch auf die bestehende Bindung.
 
Die Ereignisse wurden später als '''''Excessus Auctoritatis in Holmheim''''' bezeichnet.
 
=== Der Aufbruch und die Neuformierung ===
Angesichts dieser Entwicklungen entschloss sich die Gemeinschaft, die bestehende Ordnung aufzugeben. Nicht aber begehrte sie, die Herrschaft Nebelhains zu verlassen, vielmehr suchte sie weiterhin Schutz und Bestand innerhalb der Ordnung Nebelhains, jedoch unter einem anderen weltlichen Schutzherrn, welcher die Rechte der Abtei achten sollte. Das Kloster zu Rungholt wurde im Zuge dessen zurückgebaut, und ein Großteil der gewonnenen Baustoffe wurde den angrenzenden Dörfer der '''Friedrichsmark''' überlassen. Die Brüder verließen Holmheim gemeinsam mit Brüdern, Gefolgsleuten und den zur Abtei gehörigen Hörigen und zogen nach '''Wegscheide''', wo sie ihren Besitz sicherten und eine neue Grundlage schufen.
 
Unter ihnen befanden sich bereits Brüder, die der Lehre des '''Dominikanerordens''' nahestanden, darunter '''Prior Friedrich'''. Mit dem Übergang nach Wegscheide gewann diese Ausrichtung zunehmend an Bedeutung.
 
=== Die Neuordnung, die Dorfgründung Achentals und die Hinwendung zum Dominikanerorden ===
Nach dem Aufbruch trat Abt Wolle in der ersten Woche des Monats April an Roman von Marienburg  heran und ersuchte ihn um weltlichen Schutz.
 
Noch während diese Verhandlungen begannen, formierte sich die Gemeinschaft in Wegscheide neu. In der Nähe ihres Lagers entstand eine erste [[Bauleitfaden#Siedlungsaufbau|Rundlingssiedlung]], welche den Namen '''Achental''' erhielt. Mittelpunkt dieser frühen Siedlung war ein '''Meierhof''', von welchem aus die Versorgung organisiert und die Ordnung der Gemeinschaft gesichert wurde. In diesen Tagen begannen die geistlichen Brüder, ihre Zukunft neu zu ordnen. Unter dem Einfluss von '''Prior Friedrich''', welcher bereits zuvor der Lehre des Dominikanerordens nahestand, wandte sich die Gemeinschaft zunehmend dieser Ordnung zu. Im Meierhof zu Achental wurden die ersten Pläne für ein neues Kloster geschmiedet. Dieses sollte nicht im Tal selbst entstehen, sondern auf einer '''erhöhten Lage nordöstlich der Siedlung''', auf dass es sowohl Schutz als auch geistliche Erhabenheit verkörpere.
 
Parallel dazu wurden in Anwesenheit des Priors Friedrich die Bedingungen eines neuen Schutzverhältnisses mit Roman von Marienburg ausgehandelt. Mehrere Fassungen des Vertrages wurden beraten, bis Einigkeit erzielt werden konnte.


===Die Vogteistiftung vom 17. April 1304===
===Die Vogteistiftung vom 17. April 1304===
Am '''17. Tage des Monats April im Jahre des Herrn 1304''' wurde die neue Ordnung feierlich begründet. Die Abtei Achental stiftete Teile ihrer Lande als '''Liefseemark''', auf dass dort eine neue Siedlung entstehe und die Lande geordnet und entwickelt werden mögen.
Am 17. Tage des Monats April im Jahre des Herrn 1304 wurde die neue Ordnung feierlich begründet. Die Abtei Achental stiftete Teile ihrer Lande als '''Liefseemark''', und Roman von Marienburg wurde als Kirchvogt eingesetzt. Der Stiftbrief wurde verlesen, Eide wurden geleistet, Banner erhoben und die Ordnung vor Zeugen bestätigt.
In feierlicher Handlung:
 
* wurde der Stiftbrief verlesen
* leistete Roman von Marienburg den Eid zum Schutz der Abtei
* sprachen die Geistlichen Achentals ihr Treuegelöbnis
* wurden die Banner erhoben
* und die Übereinkunft vor geistlichen und weltlichen Zeugen bestätigt
Unter den Zeugen befanden sich Geistliche aus [[SanktAegidius|Sankt Aegidius]] sowie Vertreter weltlicher Gefolge aus [[Neeihaven]]. Im Anschluss wurde ein Mahl gehalten, auf dass die neue Ordnung in Frieden beginne.
Unter den Zeugen befanden sich Geistliche aus [[SanktAegidius|Sankt Aegidius]] sowie Vertreter weltlicher Gefolge aus [[Neeihaven]]. Im Anschluss wurde ein Mahl gehalten, auf dass die neue Ordnung in Frieden beginne.
[[File:Achental_Vogteistiftung.png|thumb|360px|left|Feierliches Mahl zur Vogteistiftung]]
<br clear="all">
===Der Tod des Abtes Wolle===
===Der Tod des Abtes Wolle===
Nicht lange nach der Begründung der neuen Ordnung traf die Abtei ein schwerer Verlust. Am 22. April wurde Abt Wolle gewaltsam durch die Hand eines Räubers getötet und so aus dem Leben gerissen. Sein Tod erschütterte die Abtei tief und wirkte über ihre Mauern hinaus in die Lande Westährs. Ein Mann des Glaubens und der Ordnung ging verloren.
Am 22. April 1304 wurde Abt Wolle gewaltsam durch die Hand eines Räubers getötet. Mit seinem Tod verlor die Gemeinschaft ihren bisherigen geistlichen Führer. In der Folge trat '''Prior Friedrich''' stärker in den Vordergrund und übernahm in zunehmendem Maße die Führung der Gemeinschaft in geistlichen Belangen.


Seither wird die Abtei in Vertretung geführt.
== Sehenswürdigkeiten ==
== Sehenswürdigkeiten ==



Aktuelle Version vom 24. April 2026, 18:10 Uhr


Achental
Abtei
Gründung: 1304
Domäne: Geistlich
Motto: Laudare Benedicere Praedicare
Lehnsherr
Warglau
Vasallen
Keine
Bekannte Mitglieder
Wolle (Abt)
Friedrich (Prior)
Gelandet
Wegscheide (Lehen 44)
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Achental ist eine Abtei in der Region der Westähr. Sie dient dem Glauben, der Ordnung und dem Schutz der Seelen und stand lange unter weltlicher Schutzherrschaft, ehe sie sich in jüngster Zeit neu ordnete. Ihr Wirken ist eng mit der Begründung der Vogtei Warglau verbunden.

Geschichte

Die Ursprünge von Rungholt

Vor der Entstehung der Abtei Achental lag im Lehen Holmheim ein Dorf, welches den Namen Rungholt trug. Dieses Dorf stand unter der Führung des Lehnsmannes Valandor, welcher das Lehen in Treue und Verpflichtung gegenüber der Herrschaft Rabenstads verwaltete. Höfe wurden errichtet und erweitert, und mit wachsender Zahl der Bewohner entstand bald auch eine Kapelle, welche als erster geistlicher Mittelpunkt diente.

Doch in den Tagen seines Wirkens begann Valandor, sich der Ordnung Rabenstads zu entziehen. Er suchte, Hörige, Handwerker, Händler sowie Waffenknechte aus den Landen Rabenstads und Rungholts für sein Vorhaben zu gewinnen und stellte ein eigenes Aufgebot zusammen, offenbar in der Absicht, die bestehende Herrschaft zu stürzen und die Lande unter eigene Gewalt zu bringen. Unterstützung fand er hierbei jedoch nur in begrenztem Maße, und ehe sich seine Gefolgschaft festigen konnte, wurde sein Vorhaben erkannt.

Die dem Herrn von Rabenstad treuen Waffenknechte stellten sich unter Führung ihres Vogtes Abel von Niederpölt gegen Valandor und bereiteten seinem Aufstand ein rasches Ende. Valandor wurde mit einer kleinen Schar Getreuer aus den Landen vertrieben und floh aus der Herrschaft der Grafschaft Nebelhain. Es wird berichtet, dass er mit seinen Männern in einem verwaisten Lehen nördlich Nebelhains Zuflucht fand, von wo aus später erneut Unruhe in die Lande getragen werden sollte. In der Folge wurden die verbliebenen Männer Valandors gefasst und in den Kerkern Nebelhains gefangen gesetzt, nachdem ihre Umtriebe abermals Unordnung gestiftet hatten. Valandor selbst entzog sich diesem Zugriff und wurde seither nicht wieder in den Landen Ottoniens gesehen.

In diesen Ereignissen findet sich auch ein früher Bezug zu Albinia, welche in jenen Tagen als Vertreterin Valandors auftrat. Obgleich ihr Einfluss auf dessen Handeln begrenzt war, fiel doch ein Teil der Verantwortung für die Vorgänge auf sie zurück, was später zu weiteren Spannungen beitragen sollte. So wurde die bestehende Ordnung gewaltsam wiederhergestellt, doch blieben die Folgen dieser Ereignisse noch lange in Erinnerung.

Die Einsetzung Wolles und die Blüte Rungholts

Nach der Vertreibung Valandors setzte Abel von Niederpölt den Priester Wolle in, welcher als Mann des Glaubens und der Ordnung geschätzt wurde Rungholt begann unter dieser Ordnung zu florieren. Neue Höfe wurden errichtet, und weitere Bewohner siedelten sich an.

In dieser Zeit entstand auch eine Backsteinkirche, welche aufgrund ihrer massiven, blockhaften Bauweise weithin bekannt wurde. Der Bau derselben erfolgte durch einen vom Vogt bestellten Baumeister und wurde auf dessen Geheiß hin ausgeführt. Eine weitergehende Abstimmung mit der geistlichen Gemeinschaft wird in den Aufzeichnungen jener Zeit nicht ausdrücklich erwähnt. Es wird jedoch berichtet, dass die Ausführung und Gestalt des Bauwerks innerhalb der Gemeinschaft nicht einhellig aufgenommen wurden und unter den Geistlichen vereinzelt Anlass zu stiller Missbilligung gaben.

Unter der Führung Wolles wurde die bestehende Siedlung weiter gefestigt und erweitert. Durch die Stiftung Rabenstads entstand eine Abtei, welche fortan das geistliche Zentrum der Region bildete. Das Dorf Rungholt gewann an Bedeutung, und das Leben ordnete sich in wachsender Beständigkeit.

Der Beginn der Spannungen

Mit dem weiteren Wachstum der Siedlung entstand der Plan, ein größeres Kloster in Rungholt zu errichten.

Doch noch ehe dieser Plan in geordneter Weise umgesetzt werden konnte, griff Vogt Abel von Niederpölt ohne Absprache in die Angelegenheiten ein, wohl in dem Bestreben, die Entwicklung der Siedlung enger unter weltlicher Aufsicht zu halten. Er übernahm eigenmächtig die Planung des Klosterbaus und ließ nach einem Baumeister rufen, welcher sich bald fand. Die Kosten für Planung und Aufsicht des Baus wurden auf eine beträchtliche Summe von 6 Goldgulden veranschlagt. Diese Eingriffe galten als erster sichtbarer Bruch in der Abstimmung zwischen geistlicher und weltlicher Ordnung und markierten den Beginn jener Spannungen, die später zur Excessus Auctoritatis in Holmheim führen sollten.

Bindung an Rabenstad

Die Gemeinschaft, welche aus der Abtei zu Rungholt hervorging, stand weiterhin unter der weltlichen Schutzherrschaft Rabenstads und verwaltete in dessen Ordnung das Lehen Holmheim. Diese Verbindung galt lange als notwendig, doch traten mit der Zeit zunehmende Spannungen zwischen geistlicher Eigenständigkeit und weltlicher Einflussnahme hervor.

Der Vogt übte hierbei Schutz, Gericht und äußere Ordnung über die Lande aus, während die Abtei in geistlichen Dingen eigenständig blieb, solange die bestehende Ordnung gewahrt wurde.

Excessus Auctoritatis in Holmheim

In den Jahren wachsender Unruhe kam es schließlich zum offenen Bruch zwischen der Abtei und ihrem bisherigen Schutzherrn. Abel von Niederpölt überschritt in den Angelegenheiten der Abtei die ihm gesetzten Grenzen. Er griff in Bereiche ein, die weder seiner Gerichtsbarkeit noch seiner weltlichen Befugnis unterstanden, und trat als Richter in Dingen auf, die der geistlichen Ordnung vorbehalten waren. Darüber hinaus ließ er im Namen der Abtei Verkündungen verlesen, indem er seine Vogteirechte in einer Weise auslegte, die über das hergebrachte Maß hinausging. So wurde nicht allein die Autorität der Abtei verletzt, sondern auch das Verhältnis zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt nachhaltig erschüttert.

Diese Spannungen wurden durch einen bereits zuvor bestehenden Streit weiter verschärft. Die aus Neeihaven stammenden Wulf und Albinia, welche in früherer Zeit mit den Ereignissen um Rungholt in Verbindung standen, waren bereits Ziel einer Ächtung durch Abel geworden. Diese war nach Zahlung einer Buße zeitweise aufgehoben worden, doch blieb das Verhältnis belastet. Als es zu einem Diebstahl in der Waffenkammer der Burg Rabenstad kam, nutzte Abel die Umstände, um erneut Verdacht auf Wulf zu lenken, obgleich ein schlüssiger Beweis nicht vorlag. In der Folge ließ er abermals Schmähungen verkünden und sprach eine neue Ächtung aus, welche er auch von den Toren des Klosters aus verkünden ließ. Diese Handlungen wurden von der Abtei als unrechtmäßiger Eingriff gewertet und trugen wesentlich zur weiteren Eskalation der Lage bei, zumal sie die Abtei in eine Auseinandersetzung hineinzogen, die nicht aus ihrem eigenen Wirken hervorgegangen war.

In diesen Tagen trat Abt Wolle an den Freiherrn Ludwig von Nebelhain heran und ersuchte ihn um die Gewährung eines neuen weltlichen Schutzes. Damit verband sich der Antrag, die bestehende Bindung an Rabenstad zu lösen. Der Freiherr zeigte sich diesem Anliegen gegenüber geneigt, und die notwendigen Schritte wurden in geordneter Weise eingeleitet. Es ist jedoch anzumerken, dass von Seiten der Abtei keine erneute Annäherung an die Herrschaft Rabenstads gesucht wurde, um die bestehenden Spannungen beizulegen. Stattdessen wurde die Loslösung auf dem Wege der gerichtlichen und öffentlichen Ordnung vorangetrieben.

Die Lage verschärfte sich endgültig, als Abel auch eine gegen ihn selbst ausgesprochene Ächtung missachtete und dennoch handelte. Es wird berichtet, dass er versuchte, durch angeworbene Kräfte gegen jene vorzugehen, die er beschuldigte. In der Folge wurde er gefasst und vor das Gericht zu Neeihaven geführt, wo sein Verhalten als unrechtmäßig erkannt und verurteilt wurde. Im Zuge dieser Verhandlungen wurde die Loslösung der Abtei Achental von der bisherigen Ordnung öffentlich vor Zeugen kundgetan, obgleich sie nicht unmittelbarer Teil des Urteils war. Gleichwohl festigte dieser Schritt den Bruch zwischen der Abtei und der Herrschaft Rabenstads endgültig.

Abel von Niederpölt widersetzte sich jedoch weiterhin dieser Entwicklung und erhob Anspruch auf die bestehende Bindung.

Die Ereignisse wurden später als Excessus Auctoritatis in Holmheim bezeichnet.

Der Aufbruch und die Neuformierung

Angesichts dieser Entwicklungen entschloss sich die Gemeinschaft, die bestehende Ordnung aufzugeben. Nicht aber begehrte sie, die Herrschaft Nebelhains zu verlassen, vielmehr suchte sie weiterhin Schutz und Bestand innerhalb der Ordnung Nebelhains, jedoch unter einem anderen weltlichen Schutzherrn, welcher die Rechte der Abtei achten sollte. Das Kloster zu Rungholt wurde im Zuge dessen zurückgebaut, und ein Großteil der gewonnenen Baustoffe wurde den angrenzenden Dörfer der Friedrichsmark überlassen. Die Brüder verließen Holmheim gemeinsam mit Brüdern, Gefolgsleuten und den zur Abtei gehörigen Hörigen und zogen nach Wegscheide, wo sie ihren Besitz sicherten und eine neue Grundlage schufen.

Unter ihnen befanden sich bereits Brüder, die der Lehre des Dominikanerordens nahestanden, darunter Prior Friedrich. Mit dem Übergang nach Wegscheide gewann diese Ausrichtung zunehmend an Bedeutung.

Die Neuordnung, die Dorfgründung Achentals und die Hinwendung zum Dominikanerorden

Nach dem Aufbruch trat Abt Wolle in der ersten Woche des Monats April an Roman von Marienburg heran und ersuchte ihn um weltlichen Schutz.

Noch während diese Verhandlungen begannen, formierte sich die Gemeinschaft in Wegscheide neu. In der Nähe ihres Lagers entstand eine erste Rundlingssiedlung, welche den Namen Achental erhielt. Mittelpunkt dieser frühen Siedlung war ein Meierhof, von welchem aus die Versorgung organisiert und die Ordnung der Gemeinschaft gesichert wurde. In diesen Tagen begannen die geistlichen Brüder, ihre Zukunft neu zu ordnen. Unter dem Einfluss von Prior Friedrich, welcher bereits zuvor der Lehre des Dominikanerordens nahestand, wandte sich die Gemeinschaft zunehmend dieser Ordnung zu. Im Meierhof zu Achental wurden die ersten Pläne für ein neues Kloster geschmiedet. Dieses sollte nicht im Tal selbst entstehen, sondern auf einer erhöhten Lage nordöstlich der Siedlung, auf dass es sowohl Schutz als auch geistliche Erhabenheit verkörpere.

Parallel dazu wurden in Anwesenheit des Priors Friedrich die Bedingungen eines neuen Schutzverhältnisses mit Roman von Marienburg ausgehandelt. Mehrere Fassungen des Vertrages wurden beraten, bis Einigkeit erzielt werden konnte.

Die Vogteistiftung vom 17. April 1304

Am 17. Tage des Monats April im Jahre des Herrn 1304 wurde die neue Ordnung feierlich begründet. Die Abtei Achental stiftete Teile ihrer Lande als Liefseemark, und Roman von Marienburg wurde als Kirchvogt eingesetzt. Der Stiftbrief wurde verlesen, Eide wurden geleistet, Banner erhoben und die Ordnung vor Zeugen bestätigt.

Unter den Zeugen befanden sich Geistliche aus Sankt Aegidius sowie Vertreter weltlicher Gefolge aus Neeihaven. Im Anschluss wurde ein Mahl gehalten, auf dass die neue Ordnung in Frieden beginne.

Feierliches Mahl zur Vogteistiftung


Der Tod des Abtes Wolle

Am 22. April 1304 wurde Abt Wolle gewaltsam durch die Hand eines Räubers getötet. Mit seinem Tod verlor die Gemeinschaft ihren bisherigen geistlichen Führer. In der Folge trat Prior Friedrich stärker in den Vordergrund und übernahm in zunehmendem Maße die Führung der Gemeinschaft in geistlichen Belangen.

Sehenswürdigkeiten

Landschaft

Traditionen, Kultur, Feste

Sonstiges

Die Abtei Achental steht unter dem Schutz der Vogtei Warglau. Mit der Stiftung der Liefseemark wurde die Grundlage für eine neue Verbindung zwischen geistlicher und weltlicher Ordnung gelegt. Langfristig wird erwartet, dass die Abtei weiterhin als geistliches Zentrum besteht und die Entwicklung der umliegenden Lande unterstützt.