Achental
| Achental | |
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Das Gefolgewappen | |
| Priorei | |
| Gründung: | 1304 |
| Domäne: | Geistlich |
| Motto: | Laudare Benedicere Praedicare |
| Lehnsherr | |
| Vasallen | |
| Keine | |
| Bekannte Mitglieder | |
| Wolle (Abt) | 𐠒 Verstorben Friedrich (Prior) |
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| Gelandet | |
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Achental ist eine Priorei in der Region der Westähr. Ihr zugehöriges Lehen Wegscheide umfasst die beiden Siedlungen Quelltal und Achental. Ihr Wirken ist eng mit der Begründung der Vogtei Warglau verbunden.
Geschichte
Die Ursprünge von Rungholt
Vor der Entstehung der Priorei Achental lag im Lehen Holmheim ein Dorf, welches den Namen Rungholt trug. Dieses Dorf stand unter der Führung des Lehnsmannes Valandor, welcher das Lehen in Treue und Verpflichtung gegenüber der Herrschaft Rabenstads verwaltete. Höfe wurden errichtet und erweitert, und mit wachsender Zahl der Bewohner entstand bald auch eine Kapelle, welche als erster geistlicher Mittelpunkt diente.
Doch in den Tagen seines Wirkens begann Valandor, sich der Ordnung Rabenstads zu entziehen. Er suchte, Hörige, Handwerker, Händler sowie Waffenknechte aus den Landen Rabenstads und Rungholts für sein Vorhaben zu gewinnen und stellte ein eigenes Aufgebot zusammen, offenbar in der Absicht, die bestehende Herrschaft zu stürzen und die Lande unter eigene Gewalt zu bringen. Unterstützung fand er hierbei jedoch nur in begrenztem Maße, und ehe sich seine Gefolgschaft festigen konnte, wurde sein Vorhaben erkannt.
Die dem Herrn von Rabenstad treuen Waffenknechte stellten sich unter Führung ihres Vogtes Abel von Niederpölt gegen Valandor und bereiteten seinem Aufstand ein rasches Ende. Valandor wurde mit einer kleinen Schar Getreuer aus den Landen vertrieben und floh aus der Herrschaft der Grafschaft Nebelhain. Es wird berichtet, dass er mit seinen Männern in einem verwaisten Lehen nördlich Nebelhains Zuflucht fand, von wo aus später erneut Unruhe in die Lande getragen werden sollte. In der Folge wurden die verbliebenen Männer Valandors gefasst und in den Kerkern Nebelhains gefangen gesetzt, nachdem ihre Umtriebe abermals Unordnung gestiftet hatten. Valandor selbst entzog sich diesem Zugriff und wurde seither nicht wieder in den Landen Ottoniens gesehen.
In diesen Ereignissen findet sich auch ein früher Bezug zu Albinia, welche in jenen Tagen als Vertreterin Valandors auftrat. Obgleich ihr Einfluss auf dessen Handeln begrenzt war, fiel doch ein Teil der Verantwortung für die Vorgänge auf sie zurück, was später zu weiteren Spannungen beitragen sollte. So wurde die bestehende Ordnung gewaltsam wiederhergestellt, doch blieben die Folgen dieser Ereignisse noch lange in Erinnerung.
Die Einsetzung Wolles und die Blüte Rungholts
Nach der Vertreibung Valandors setzte Abel von Niederpölt den Priester Wolle ein, welcher als Mann des Glaubens und der Ordnung geschätzt wurde. Rungholt begann unter dieser Ordnung zu florieren. Neue Höfe wurden errichtet, und weitere Bewohner siedelten sich an.
In dieser Zeit entstand auch eine Backsteinkirche, welche aufgrund ihrer massiven, blockhaften Bauweise weithin bekannt wurde. Der Bau derselben erfolgte durch einen vom Vogt bestellten Baumeister und wurde auf dessen Geheiß hin ausgeführt. Eine weitergehende Abstimmung mit der geistlichen Gemeinschaft wird in den Aufzeichnungen jener Zeit nicht ausdrücklich erwähnt. Es wird jedoch berichtet, dass die Ausführung und Gestalt des Bauwerks innerhalb der Gemeinschaft nicht einhellig aufgenommen wurden und unter den Geistlichen vereinzelt Anlass zu stiller Missbilligung gaben.
Unter der Führung Wolles wurde die bestehende Siedlung weiter gefestigt und erweitert. Durch die Stiftung Rabenstads entstand eine Abtei, welche fortan das geistliche Zentrum der Region bildete. Das Dorf Rungholt gewann an Bedeutung, und das Leben ordnete sich in wachsender Beständigkeit.
Der Beginn der Spannungen
Mit dem weiteren Wachstum der Siedlung entstand der Plan, ein größeres Kloster in Rungholt zu errichten.
Doch noch ehe dieser Plan in geordneter Weise umgesetzt werden konnte, griff Vogt Abel von Niederpölt ohne Absprache in die Angelegenheiten ein, wohl in dem Bestreben, die Entwicklung der Siedlung enger unter weltlicher Aufsicht zu halten. Er übernahm eigenmächtig die Planung des Klosterbaus und ließ nach einem Baumeister rufen, auf dass sich Jobst fand. Die Kosten für Planung und Aufsicht des Baus wurden auf eine beträchtliche Summe von 6 Goldgulden veranschlagt. Diese Eingriffe galten als erster sichtbarer Bruch in der Abstimmung zwischen geistlicher und weltlicher Ordnung und markierten den Beginn jener Spannungen, die später zur Excessus Auctoritatis in Holmheim führen sollten.

Bindung an Rabenstad
Die Gemeinschaft, welche aus der Abtei zu Rungholt hervorging, stand weiterhin unter der weltlichen Schutzherrschaft Rabenstads und verwaltete in dessen Ordnung das Lehen Holmheim. Diese Verbindung galt lange als notwendig, doch traten mit der Zeit zunehmende Spannungen zwischen geistlicher Eigenständigkeit und weltlicher Einflussnahme hervor.
Der Vogt übte hierbei Schutz, Gericht und äußere Ordnung über die Lande aus, während die Abtei in geistlichen Dingen eigenständig blieb, solange die bestehende Ordnung gewahrt wurde.
Excessus Auctoritatis in Holmheim
In den Jahren wachsender Unruhe kam es schließlich zum offenen Bruch zwischen der Abtei und ihrem bisherigen Schutzherrn. Abel von Niederpölt überschritt in den Angelegenheiten der Abtei die ihm gesetzten Grenzen. Er griff in Bereiche ein, die weder seiner Gerichtsbarkeit noch seiner weltlichen Befugnis unterstanden, und trat als Richter in Dingen auf, die der geistlichen Ordnung vorbehalten waren. Darüber hinaus ließ er im Namen der Abtei Verkündungen verlesen, indem er seine Vogteirechte in einer Weise auslegte, die über das hergebrachte Maß hinausging. So wurde nicht allein die Autorität der Abtei verletzt, sondern auch das Verhältnis zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt nachhaltig erschüttert.
Diese Spannungen wurden durch einen bereits zuvor bestehenden Streit weiter verschärft. Die aus Neeihaven stammenden Wulf und Albinia, welche in früherer Zeit mit den Ereignissen um Rungholt in Verbindung standen, waren bereits Ziel einer Ächtung durch Abel geworden. Diese war nach Zahlung einer Buße zeitweise aufgehoben worden, doch blieb das Verhältnis belastet. Als es zu einem Diebstahl in der Waffenkammer der Burg Rabenstad kam, nutzte Abel die Umstände, um erneut Verdacht auf Wulf zu lenken, obgleich ein schlüssiger Beweis nicht vorlag. In der Folge ließ er abermals Schmähungen verkünden und sprach eine neue Ächtung aus, welche er auch von den Toren des Klosters aus verkünden ließ. Diese Handlungen wurden von der Abtei als unrechtmäßiger Eingriff gewertet und trugen wesentlich zur weiteren Eskalation der Lage bei, zumal sie die Abtei in eine Auseinandersetzung hineinzogen, die nicht aus ihrem eigenen Wirken hervorgegangen war.
In diesen Tagen trat Abt Wolle an den Freiherrn Ludwig von Nebelhain heran und ersuchte ihn um die Gewährung eines neuen weltlichen Schutzes. Damit verband sich der Antrag, die bestehende Bindung an Rabenstad zu lösen. Der Freiherr zeigte sich diesem Anliegen gegenüber geneigt, und die notwendigen Schritte wurden in geordneter Weise eingeleitet. Es ist jedoch anzumerken, dass von Seiten der Abtei keine erneute Annäherung an die Herrschaft Rabenstads gesucht wurde, um die bestehenden Spannungen beizulegen. Stattdessen wurde die Loslösung auf dem Wege der gerichtlichen und öffentlichen Ordnung vorangetrieben.
Die Lage verschärfte sich endgültig, als Abel auch eine gegen ihn selbst ausgesprochene Ächtung missachtete und dennoch handelte. Es wird berichtet, dass er versuchte, durch angeworbene Kräfte gegen jene vorzugehen, die er beschuldigte. In der Folge wurde er gefasst und vor das Gericht zu Neeihaven geführt, wo sein Verhalten als unrechtmäßig erkannt und verurteilt wurde. Im Zuge dieser Verhandlungen wurde die Loslösung der Abtei Achental von der bisherigen Ordnung öffentlich vor Zeugen kundgetan, obgleich sie nicht unmittelbarer Teil des Urteils war. Gleichwohl festigte dieser Schritt den Bruch zwischen der Abtei und der Herrschaft Rabenstads endgültig.
Abel von Niederpölt widersetzte sich jedoch weiterhin dieser Entwicklung und erhob Anspruch auf die bestehende Bindung.
Die Ereignisse wurden später als Excessus Auctoritatis in Holmheim bezeichnet.
Der Aufbruch und die Neuformierung
Angesichts dieser Entwicklungen entschloss sich die Gemeinschaft, die bestehende Ordnung aufzugeben. Nicht aber begehrte sie, die Herrschaft Nebelhains zu verlassen, vielmehr suchte sie weiterhin Schutz und Bestand innerhalb der Ordnung Nebelhains, jedoch unter einem anderen weltlichen Schutzherrn, welcher die Rechte der Abtei achten sollte. Das Kloster zu Rungholt wurde im Zuge dessen zurückgebaut, und ein Großteil der gewonnenen Baustoffe wurde den angrenzenden Dörfer der Friedrichsmark überlassen. Die Brüder verließen Holmheim gemeinsam mit Brüdern, Gefolgsleuten und den zur Abtei gehörigen Hörigen und zogen nach Wegscheide, wo sie ihren Besitz sicherten und eine neue Grundlage schufen.
Unter ihnen befanden sich bereits Brüder, die der Lehre des Dominikanerordens nahestanden, darunter Prior Friedrich. Mit dem Übergang nach Wegscheide gewann diese Ausrichtung zunehmend an Bedeutung.
Die Neuordnung, die Dorfgründung Achentals und die Hinwendung zum Dominikanerorden
Nach dem Aufbruch trat Abt Wolle in der ersten Woche des Monats April an Roman von Marienburg heran und ersuchte ihn um weltlichen Schutz.
Noch während diese Verhandlungen begannen, formierte sich die Gemeinschaft in Wegscheide neu. In der Nähe ihres Lagers entstand eine erste Rundlingssiedlung, welche den Namen Achental erhielt. Mittelpunkt dieser frühen Siedlung war ein Meierhof, von welchem aus die Versorgung organisiert und die Ordnung der Gemeinschaft gesichert wurde. In diesen Tagen begannen die geistlichen Brüder, ihre Zukunft neu zu ordnen. Unter dem Einfluss von Prior Friedrich, welcher bereits zuvor der Lehre des Dominikanerordens nahestand, wandte sich die Gemeinschaft zunehmend dieser Ordnung zu. Im Meierhof zu Achental wurden die ersten Pläne für ein neues Kloster geschmiedet. Dieses sollte nicht im Tal selbst entstehen, sondern auf einer erhöhten Lage nordöstlich der Siedlung, auf dass es sowohl Schutz als auch geistliche Erhabenheit verkörpere.
Parallel dazu wurden in Anwesenheit des Priors Friedrich die Bedingungen eines neuen Schutzverhältnisses mit Roman von Marienburg ausgehandelt. Mehrere Fassungen des Vertrages wurden beraten, bis Einigkeit erzielt werden konnte.
Die Vogteistiftung vom 17. April 1304
Am 17. Tage des Monats April im Jahre des Herrn 1304 wurde die neue Ordnung feierlich begründet. Die Priorei Achental stiftete Teile ihrer Lande als Liefseemark, und Roman von Marienburg wurde als Kirchvogt eingesetzt. Der Stiftbrief wurde verlesen, Eide wurden geleistet, Banner erhoben und die Ordnung vor Zeugen bestätigt.
Unter den Zeugen befanden sich Geistliche aus St. Aegidius sowie Vertreter weltlicher Gefolge aus der Vogtei Neeihaven. Im Anschluss wurde ein Mahl gehalten, auf dass die neue Ordnung in Frieden beginne.

Der Mord an Abt Wolle und die Folgen

Am 22. April 1304 wurde Abt Wolle am helllichten Tage in Achental gewaltsam niedergestreckt. Der Abt befand sich zu dieser Zeit bei der Gartenarbeit, als ein Räuber über ihn herfiel und ihn tödlich verwundete.
Der Vorfall geschah nicht im Verborgenen. Hartwig aus Priol war nach Achental gekommen, um Abt Wolle zu sprechen, und traf ihn dort im Dorf an. So wurde er unmittelbarer Zeuge des Überfalls und der Niederstreckung des Abtes. Durch seine Aussage konnte der Täter später als Pan aus Rivadaal wiedererkannt werden.
Kurz nach dem Überfall traf Roman von Marienburg in Achental ein. Abt Wolle lebte zu diesem Zeitpunkt noch und sprach seine letzten Worte. Sein Wille war es, in Sankt Aegidius durch Abt Burchard bestattet zu werden. Ferner bestimmte er, dass Prior Friedrich die Priorei Achental weiterführen solle. Seine Habseligkeiten sollten der geistlichen Gemeinschaft Achentals dienen.
Im Anschluss wurde der bereits verstorbene Abt Wolle durch Roman von Marienburg und Hartwig aus Priol nach Sankt Aegidius verbracht. Dort wurden die Geistlichen über seine letzten Worte, seinen Willen zur Bestattung und die gewünschte Fortführung der Priorei durch Prior Friedrich unterrichtet.
Mit dem Tod Wolles verlor die Gemeinschaft Achentals ihren bisherigen geistlichen Führer. Der Mord erschütterte nicht allein die Priorei, sondern auch die junge Ordnung Achentals. In der Folge trat Prior Friedrich stärker in den Vordergrund und übernahm zunehmend die geistliche Führung der Gemeinschaft. Zugleich gewann der weltliche Schutz Achentals durch die Vogtei Warglau an Bedeutung, da die Ereignisse zeigten, wie verwundbar die junge Ordnung gegenüber Räubern, Schutzgebern und gewaltsamer Rechtsvereitelung war.
Die Delegation nach Rivadaal und der Angriff Kalkbruchs
Da der Täter durch Hartwig aus Priol als Pan aus Rivadaal wiedererkannt worden war und sich im Lehen Rivadaal aufhielt, wurde der Mord an Abt Wolle auch zu einer Angelegenheit der herrschaftlichen Gerichtsbarkeit Nebelhains. Rivadaal stand zur Zeit des Mordes mittelbar unter der Grafschaft Nebelhain.
Eine Delegation unter Führung des Kanzlers Roman von Marienburg trat daher nach Rivadaal, um den dortigen Vogt über den Mord an Abt Wolle aufzuklären und die Auslieferung Pans zu fordern. Der Täter sollte dem Gericht Nebelhains gestellt werden. Unter den Begleitern der Delegation befand sich auch Wolfgang, der Neffe des ermordeten Abtes Wolle.
Der Vogt zu Rivadaal suchte sich jedoch aus seiner Verantwortung zu reden. Noch während des Gespräches erschien der Mörder Pan im einzigen Haus des Dorfes und drohte den Anwesenden mit dem Tod. Damit bestätigte sich nicht nur seine Anwesenheit in Rivadaal, sondern auch die fortdauernde Gefahr, welche von ihm ausging.
Wenige Augenblicke später stieß Freiherr Friedrich von Kalkbruch mit mehreren Waffenknechten hinzu. Ohne vorherige Klärung und ohne geordnetes Verfahren ließ er die Delegation angreifen.
Einige Männer konnten fliehen, andere wurden zu Boden geschlagen und ausgeraubt. Zu den Betroffenen gehörte auch Wolfgang, der als Neffe des ermordeten Abtes an der Aufklärung des Mordes beteiligt war. Der Angriff auf die Delegation vereitelte die Forderung nach geordneter Auslieferung des Mörders gewaltsam und verschärfte die Lage zwischen Achental, Nebelhain und Kalkbruch erheblich.
Das Kirchgericht des Kirchbundes
In den folgenden Wochen blieb der Mord an Abt Wolle eine schwere offene Wunde der jungen Ordnung Achentals. Da der Täter nicht ausgeliefert wurde und der Angriff auf die Delegation die Durchsetzung des Rechts verhinderte, wurde der Fall auch zu einer Angelegenheit des geistlichen Rechts und des Kirchfriedens.
Einer der Waffenknechte Kalkbruchs, Hardwig, wurde später in Gewahrsam gebracht und durch das Kirchgericht des Kirchbundes gestraft. Er wurde als Feind der Christenheit gebrandmarkt und dazu verpflichtet, an alle Geschädigten jeweils acht Groschen zu zahlen.
Nicht zu verwechseln ist dieser Hardwig mit Hartwig aus Priol, welcher den Mord an Abt Wolle bezeugt und den Täter später wiedererkannt hatte.
Auch der Vogt zu Rivadaal wurde gefasst und durch das Kirchgericht bestraft. Ihm wurde auferlegt, einen Monat Frondienste für die Priorei Achental zu leisten. Zudem hatte er die geraubte Ausrüstung im monetären Wert zu ersetzen.
Damit wurde nicht allein der Mord an Abt Wolle, sondern auch die Schutzgabe, Begünstigung und Behinderung rechtmäßiger Gerichtsbarkeit als schwerer Frevel gegen geistliche und weltliche Ordnung behandelt.
Die Vergehen berührten mehrere Ebenen: den Landfrieden, die Gerichtshoheit Nebelhains, den Schutz der jungen Priorei Achental sowie die geistliche Ordnung. Wer einem Abtmörder Schutz, Herberge oder bewaffnete Hilfe gewährte, behauste einen Friedensbrecher, hinderte das Gericht und machte sich zum Helfer des Frevels.
Das ungeklärte Schicksal Pans aus Rivadaal
Der Mörder Pan aus Rivadaal wurde seit den Ereignissen nicht mehr gesehen. Freiherr Friedrich von Kalkbruch behauptete später, Pan sei tot. Einen Todesschein oder einen anderweitigen glaubwürdigen Nachweis über dessen Tod legte er jedoch nicht vor.
Diese Behauptung wurde daher von vielen auf der Insel Ottonien nicht als gesicherte Kunde angenommen. Vielmehr galt sie weithin als unwahrheitsgemäße und zweckdienliche Aussage, welche geeignet war, die Verantwortung für die verweigerte Auslieferung und die vorausgegangene Schutzgabe zu verschleiern.
Solange kein glaubwürdiger Nachweis über den Tod Pans vorgelegt wurde, blieb sein Schicksal ungeklärt. Für Achental aber blieb er der erkannte Mörder Abt Wolles, dessen Auslieferung einst gefordert, jedoch durch Ausflüchte, Drohung und Gewalt vereitelt worden war.
Die Einsetzung Wolfgangs als Schultheiß zu Achental

Nach dem Tod Abt Wolles und den folgenden Wirren blieb Achental in einer schwierigen Lage zurück. Ein Teil der geistlichen Gemeinschaft hatte sich zerstreut oder war in andere Aufgaben gegangen, während das junge Dorf weiterhin weltliche Verwaltung, Schutz und geordnete Aufsicht benötigte.
In dieser Zeit trat Wolfgang, der Neffe des seligen Abtes Wolle, erneut in Erscheinung. Bereits zuvor hatte er sich schriftlich an Roman von Marienburg gewandt. Darin stellte er sich als Wolfgang aus ehrbarer Linie vor, entsprossen dem Geschlecht des seligen Abtes Wolle. Er erklärte, er wolle zu seinem Oheim zurückkehren, Kunde über dessen Leben und Tun empfangen und das Andenken an dessen Namen in ehrbarem Umgang und redlichem Briefwechsel wahren.
Am 4. Iunius 1304 kam es in Achental zu einem Treffen zwischen Roman von Marienburg, Prior Friedrich und Wolfgang. Roman stellte Wolfgang dem Prior als Neffen des ermordeten Abtes Wolle vor und verwies darauf, dass Wolfgang ihm bereits bei der Verfolgung des Mörders seines Onkels zur Seite gestanden habe. Dabei wurden Wolfgangs Mut und Aufrichtigkeit ausdrücklich hervorgehoben.
Roman von Marienburg trug daraufhin den Antrag vor, Wolfgang als Schultheißen und weltlichen Vertreter für die dörfliche Ordnung Achentals einzusetzen. Hintergrund war nicht die Nachfolge Abt Wolles in geistlichen Dingen, sondern die Notwendigkeit, die weltliche Verwaltung des Dorfes zu festigen. Achental sollte nicht weiter in Verlassenheit und Unordnung geraten, sondern durch eine verlässliche weltliche Hand geführt werden.
Prior Friedrich stimmte der Einsetzung zu. Er erklärte, dass Wolfgang als Schultheiß jene Aufgaben verteidigen und führen könne, welche den Brüdern selbst nicht zukamen. Damit blieb die geistliche Leitung bei der Priorei, während Wolfgang für weltliche Ordnung, Schutz der Bewohner, Rechtspflege und Verwaltung des Dorfes vorgesehen wurde.
Nach Beratung legte Wolfgang zunächst vor Prior Friedrich einen Eid auf die heiligen Evangelien ab. Darin schwor er, dem Konvent der Dominikanerpriorei Achental und der Vogtei treu und ehrbar zu sein, das weltliche Recht über die Untertanen gerecht, ehrbar und gottgefällig zu sprechen, die Güter und Einnahmen der Priorei vor Schaden zu bewahren und keinem fremden Herrn Vorrang vor den Interessen der Priorei und der Vogtei zu gewähren.
Im Anschluss nahm auch Roman von Marienburg als Vogt zu Warglau und Kirchvogt zu Achental Wolfgangs weltlichen Eid entgegen. Wolfgang gelobte Treue, Gehorsam und redlichen Dienst. Er versprach, als Schultheiß zu Achental die weltliche Ordnung zu wahren, die Bewohner zu schützen, Unrecht zu melden, rechtmäßige Weisungen zu vollziehen und weder offen noch heimlich wider die Vogtei zu handeln.
Nach Annahme des Eides wurde Wolfgang durch Roman von Marienburg als Schultheiß zu Achental bestätigt. Fortan sollte er unter der Vogtei Warglau und dem Schirm des Kirchvogtes die weltliche Verwaltung des Dorfes führen. Seine Aufgabe bestand darin, Recht und Frieden zu halten, die Bewohner zu schützen, Unruhe zu melden und als weltliche Instanz Achentals zu wirken.
Mit der Einsetzung Wolfgangs erhielt Achental eine feste weltliche Verwaltung für das Dorf. Für die Priorei bedeutete dies, dass Prior Friedrich und die Brüder sich stärker Gebet, Predigt und geistlicher Ordnung widmen konnten, während Wolfgang die alltäglichen weltlichen Angelegenheiten Achentals führte.
Gegenwärtige Lage
Nach den unruhigen Monaten begann sich Achental schrittweise zu festigen. Mit Prior Friedrich in der geistlichen Führung und Wolfgang als Schultheiß erhielt der Ort wieder eine klarere Ordnung zwischen geistlicher Leitung und weltlicher Verwaltung.
In der folgenden Zeit entwickelte sich Achental weiter. Erste Höfe wurden ausgebessert und wieder in nutzbaren Zustand gebracht. Damit begann eine neue Phase des Aufbaus, in welcher das Dorf nicht allein erhalten, sondern geordnet erweitert werden sollte.
Der Vogt Warglaus engagierte hierzu den Baumeister Jobst. Dieser wurde beauftragt, in Abstimmung mit Schultheiß Wolfgang die Planung eines Fronhofes sowie zweier weiterer Gehöfte aufzunehmen. Der Fronhof soll als weltlicher Verwaltungssitz des Schultheißen dienen und damit die Grundlage für eine feste dörfliche Ordnung schaffen. Von dort aus sollen künftig Abgaben, Vorräte, dörfliche Anliegen und weltliche Verwaltungsangelegenheiten geordnet werden.
Die neuen Hofstellen sollen sich nordöstlich an das bestehende Dorf Achental angliedern. Dadurch soll das Wachstum des Ortes nicht ungeordnet erfolgen, sondern in einer Weise, die Wege, Felder, Höfe und künftige Nutzung sinnvoll miteinander verbindet. Die Vogtei Warglau trägt dabei anteilig die Kosten des Vorhabens und führt die weltliche Planung in Abstimmung mit dem Schultheißen.
Neben dem Fronhof und den neuen Gehöften wurde auch die weitere dörfliche Ordnung in den Blick genommen. Der bestehende Bognerhof soll erweitert und mit Nebenanlagen versehen werden, damit er seiner handwerklichen und wirtschaftlichen Aufgabe besser dienen kann. Zugleich wurde vorgesehen, die Kreuzung vor Achental in südöstlicher Richtung zu vergrößern, um Wegeführung, Verkehr und künftige Erschließung des Dorfes zu verbessern.
Die Entwicklung Achentals soll geordnet und maßvoll erfolgen. Die Priorei bleibt Ort des Gebets, der Predigt und der geistlichen Ordnung. Das Dorf Achental hingegen soll durch Schultheiß, Fronhof, Höfe, Wege und Handwerk eine tragfähige weltliche Grundlage erhalten.
Achental steht damit gegenwärtig in einer Phase des Wiederaufbaus und der Festigung. Die Ausbesserung erster Höfe, die Einsetzung Wolfgangs und die Beauftragung Jobsts zeigen, dass der Ort erneut in geordnete Bahnen geführt wird.
Sehenswürdigkeiten
Landschaft
Achental liegt im Lehen Wegscheide in der Westähr. Das unmittelbare Bild des Ortes wird durch bewaldete Höhenzüge, Wege, kleinere Hofstellen und die Nähe zur Siedlung Quelltal bestimmt.
Im Nordwesten wird das Lehen durch den Fluss Risse begrenzt, welcher die Lande in Richtung Birkenhüll scheidet.
Südlich von Achental liegt der Liefsee, welcher in den Fluss Hog mündet. Das Gebiet um den See und die südlich anschließenden Lande ist als Liefseemark bekannt. Mit der Stiftung der Liefseemark gewann dieser Raum besondere Bedeutung für die Verbindung zwischen der Priorei Achental und der Vogtei Warglau.
Das Dorf selbst liegt nicht unmittelbar am See, sondern weiter nördlich in einem waldreichen Gebiet. Dadurch wird Achental weniger durch offene Uferlandschaft als vielmehr durch Wald, Wege und die geschützte Lage innerhalb der Wegscheide geprägt.
Traditionen, Kultur, Feste
Die Kultur Achentals ist stark durch die geistliche Ordnung der Priorei und die Hinwendung zum Dominikanerorden geprägt. Das Motto Laudare Benedicere Praedicare verweist auf Lobpreis, Segen und Predigt als Grundlage des geistlichen Wirkens.
Nach der Neuformierung in Wegscheide trat besonders Prior Friedrich als Vertreter dieser geistlichen Ausrichtung hervor. Die Brüder verstanden sich nicht als abgeschlossene Gemeinschaft fern der Menschen, sondern als Prediger, welche unter das Volk treten, Seelsorge leisten und die Herde vor Irrtum und Unordnung bewahren sollen.
Die geistlichen Feste Achentals stehen daher im Zeichen von Messe, Gebet und gemeinschaftlicher Andacht. Besondere Bedeutung besitzen Weihen, Gottesdienste und Zusammenkünfte, bei denen die Verbindung zwischen Priorei, Dorf und Vogtei sichtbar wird.
Für das Selbstverständnis Achentals ist auch die Erinnerung an Abt Wolle von Bedeutung. Sein Tod, seine letzten Worte und die Fortführung der Priorei durch Prior Friedrich prägen die jüngere Geschichte des Ortes. Zugleich soll Achental nicht allein als Ort der Trauer verstanden werden, sondern als eine Gemeinschaft, die nach schweren Prüfungen wieder geordnet aufgebaut wird.
Sonstiges
Die Priorei Achental steht unter dem Schutz der Vogtei Warglau. Mit der Stiftung der Liefseemark wurde die Grundlage für eine neue Verbindung zwischen geistlicher und weltlicher Ordnung gelegt. Langfristig wird erwartet, dass die Priorei weiterhin als geistliches Zentrum besteht und die Entwicklung der umliegenden Lande unterstützt.

