Geldern: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Geldern''' ist eine Vogtei in der Region der [[Lore#Waid|Waid]]. Der Ort gehört gegenwärtig zur Herrschaft [[File:Gefolge Icon Neeihaven.png|16x16px]] '''[[Holdstewik]]''' und besitzt durch seinen Status als Freistätte eine besondere Stellung innerhalb der herrschaftlichen Ordnung.
'''Geldern''' ist eine geistliche Hospitalstiftung in der Region der [[Lore#Waid|Waid]]. Das Stiftungsgut ging im Jahre 1304 aus dem gleichnamigen Ort hervor, welcher zuvor als Teil einer Schutzvogtei unter Rolf Stauffacher als Schutzvogt bestand. Geldern steht unter der unmittelbaren Landeshoheit des Herzogs von Ottonien.


Gegründet wurde Geldern von eidgenössischen Auswanderern aus der Waldstätte. Der Ort dient als wehrhafte Zuflucht für altgediente Kriegsknechte, einfache Landleute, Handwerker und jene, die Schutz unter verbrieftem Landrecht suchen. Geprägt wird Geldern besonders durch die [[File:Gefolge Icon Kurfeldt.png|16x16px]] '''Kompanie vom Roten Sporn''', die strenge Wahrung des Landfriedens und eine Ordnung, die weniger auf höfischen Prunk als auf Arbeit, Wehrhaftigkeit und Gesetzestreue baut.
Gegründet wurde Geldern von eidgenössischen Auswanderern aus den Waldstätten. Der Ort diente zunächst als befestigte und landesherrlich privilegierte Freistätte und bietet heute als Hospital Zuflucht für altgediente Reisläufer, einfache Landleute, Arme, Versehrte und Handwerker. Die Bevölkerung und Verteidigung Gelderns werden maßgeblich durch die [[File:Gefolge Icon Kurfeldt.png|16x16px]] '''Kompanie vom Roten Sporn''' geprägt. Die weltliche Ordnung der Siedlung richtet sich nach dem verbrieften Landrecht und ist stark durch Handwerk, Bergbau und Wehrhaftigkeit bestimmt.


== Namensherkunft ==
== Namensherkunft ==
Der Name '''Geldern''' leitet sich im Volksmund und der Tradition seiner Gründer von einem Versprechen ab. Er verweist auf die unnachgiebige „Geltung“ des alten Rechts und der Tradition. Während andernorts in Ottonien hohler Prunk und hochgeborene Titel über das Schicksal der einfachen Leute bestimmen, soll der Name Geldern unmissverständlich klarmachen, dass hier andere Maßstäbe gesetzt werden. An diesem Ort „gelten“ allein der durch ehrliche Hände Arbeit eigens erarbeitete Wohlstand sowie das unumstößliche, verbriefte Landrecht. Der Name ist somit Programm und verkörpert die Überzeugung, dass wahrer Wert nicht durch die Geburt, sondern durch Fleiß, gefüllte Truhen und die eiserne Treue zum Gesetz entsteht.
Der Name '''Geldern''' leitet sich nach Überlieferung der Gründer vom Begriff der "Geltung" ab. Dies verweist auf die Geltung des überlieferten Rechts sowie die Wertschätzung selbst erarbeiteten Wohlstands. Die Namensgebung spiegelt das gemeinschaftliche Selbstverständnis der Siedlung wider, in der handwerklicher Fleiß, Gesetzestreue und persönliche Bewährung höher geachtet werden als höfischer Prunk und bloße Herkunft.  


== Geschichte ==
== Geschichte ==


=== Vorgeschichte ===
=== Vorgeschichte ===
Die Wurzeln der Bewohner Gelderns liegen nicht auf Ottonien, sondern fernab im Süden, in den bergigen Landen der eidgenössischen Waldstätte. Die Gründer Gelderns, allen voran der heutige Schutzvogt '''Rolf Stauffacher''', verließen ihre Heimat im Flecken Schwyz, um sich als Reisläufer zu verdingen und den zunehmenden Repressalien des habsburgischen Adels zu entgehen.  
Die historischen Wurzeln vieler Bewohner liegen in den Talschaften der eidgenössischen Waldstätten. Um den politischen Konflikten mit der habsburgischen Obrigkeit zu entgehen, verließen die Gründer, darunter der frühere Schutzvogt zu Geldern und spätere Stifter und Patron '''Rolf Stauffacher''', ihre Heimat und verdingten sich in fremden Kriegsdiensten.


Sie traten in die Dienste der ''Kompanie vom Roten Sporn''. In den blutigen Flandernkriegen, insbesondere während der Sporenschlacht im Jahre 1302, bewiesen diese Männer, dass ein diszipliniertes Fußvolk aus Bürgern und Söldnern selbst das schwerste Ritterheer Europas brechen kann. Nach dem Tod ihres damaligen Anführers in jener Schlacht schwor die Kompanie '''Mattheus von Kurfeldt''' als Hauptmann ein, jener der später in die Dienste des Deutschen Ordens trat. Rolf Stauffacher zog indes mit einigen Verwandten und Getreuen weiter, bis sie schließlich die stürmischen Ufer Ottoniens erreichten.
Sie dienten in der ''Kompanie vom Roten Sporn'', die unter anderem 1302 im Flandernkrieg eingesetzt wurde und in der Sporenschlacht als diszipliniertes Fußvolk gegen schwere Kavallerie kämpfte. Nach dem Verlust ihres Anführers übernahm '''Mattheus von Kurfeldt''' zeitweilig die Führung der Kompanie, bevor er in den Dienst des Deutschen Ordens trat. Rolf Stauffacher reiste mit den verbliebenen Veteranen und ihren Angehörigen weiter, bis sie Ottonien erreichten.
[[Datei:2026-09-15 01.55.02.png|links|mini|Der ''Waldenhof'' in Geldern, umgeben von Feldern]]


=== Begründung der Freistätte ===
=== Begründung der Freistätte ===
Auf Ottonien fand Rolf Stauffacher ein verwaistes Lehen, welches er mit seiner Gefolgschaft besetzte und sogleich begann, nach eidgenössischem Vorbild zu befestigen. Er nahm den Titel des Herren zu Geldern an und rief Geldern als '''Freistätte''' aus, einen Ort des Asyls und der eigenen, strengen Gerichtsbarkeit.  
Auf Ottonien erhielt Rolf Stauffacher das verwaiste Lehen Weiherstein vom Herzog und wurde mit dessen Schutz und Verwaltung betraut. Er besiedelte das Land gemeinsam mit seinen Gefährten und ließ den Hauptort nach dem Vorbild befestigter Siedlungen seiner Heimat ausbauen.


Als sein Vetter Mattheus im Jahr 1304 ehrenhaft aus den Diensten des Deutschen Ordens entlassen wurde, stieß er zu Rolf. Der Schutzvogt überließ ihm ein Landgut in Geldern und bot den verbliebenen, heimatlosen Veteranen der ''Kompanie vom Roten Sporn'' eine neue Heimat. Um die Vogtei auch nach außen hin diplomatisch und rechtlich wehrhaft zu machen, ernannte Rolf seinen gelehrten Vetter kurzerhand zu seinem Schultheiß und Hauptmann.  
Das Fräulein [[Luise-Frederike von Mayenburg]] in ihrer Rolle als Freiherrin und Gräfin, wie auch der Herr [[Lothar Heinrich von Holdstewik]] in seiner Rolle als Freiherr und Graf, bestätigten Geldern als landesherrlich privilegierte Freistätte mit einem besonderen Freibrief, einem Freistättenrecht und eigener Gerichtsbarkeit im Rahmen der Verleihung. Die Freistätte schützt Verfolgte vor eigenmächtiger Gewalt und ermöglicht ihre geordnete Vorführung vor das zuständige Gericht. Indessen wurde Geldern auch zunehmend zur Gerichtsstätte.


=== Gegenwärtiger Zustand ===
Nachdem Mattheus von Kurfeldt im Jahre 1304 aus den Diensten des Deutschen Ordens geschieden war, schloss er sich seinem Vetter Rolf an. Die verbliebenen Veteranen der Kompanie bezogen fortlaufend Quartier in Geldern. Zur Sicherung und zur weltlichen Vertretung der Schutzmannschaft wurde Mattheus zum Hauptmann zu Geldern ernannt.
Geldern ist eine wehrhafte Vogtei und Freistätte innerhalb der Herrschaft Holdstewik. Die innere Ordnung wird durch Schutzvogt Rolf Stauffacher sowie Mattheus von Kurfeldt als Hauptmann geprägt.
=== Stiftung des Hospitals ===
Im Sommer 1304 ließ Rolf Stauffacher das Lehen Weiherstein in die Hand des Herzogs von Ottonien auf. Auf Rolfs Bitte nahm der Herzog die Auflassung an, löste das Land aus dem bisherigen persönlichen Lehnsverband und übertrug es als dauerhaft zweckgebundenes Stiftungsgut an das neu zu errichtende Hospital in Geldern. Eingeschlossen in die Stiftung, ist ebenso ein abgegrenztes Gut, welches Rolf mitsamt einem ewigen Wohnrecht dort erhielt. Dieses Gut gehört zwar zum Vermögen des Hospitals und unterliegt aber weder der Verwaltung des Priors noch derjenigen des Spitalmeisters, sondern ist dem Stifter allein überlassen. Der Erzbischof von Bremen bestätigte die geistliche Stiftung, ihre dem Dienst an Armen, Kranken und Schutzbedürftigen gewidmete Bestimmung sowie die Ordnung der dort lebenden Gemeinschaft. Das Stiftungsgut steht seither nicht mehr im persönlichen Eigentum Rolfs und darf nicht ohne Zustimmung der zuständigen weltlichen und geistlichen Obrigkeit veräußert, geteilt oder seinem Stiftungszweck entzogen werden.[[Datei:2026-09-15 01.59.27.png|mini|Blick über den Ortskern in Geldern an einem verregneten Tag]]


Nach etwaigen Bedrohungen durch marodierende Banden, Rebellen aus Mährstein und andere Raubritter auf der Insel wurde die Verteidigung Gelderns verstärkt. Der Schutz des Ortes, die Bewahrung des Landfriedens und die Durchsetzung des geltenden Rechts stehen dabei im Mittelpunkt.
Rolf Stauffacher gilt seither als Stifter und Patron des Hospitals. Mit dieser Stellung sind die Bewahrung des Stiftergedenkens und die im Stiftungsbrief festgelegten Ehren- und Mitwirkungsrechte verbunden; ein persönliches Eigentumsrecht oder eine freie Verfügungsgewalt über das Hospital und Land erwächst daraus nicht länger.
[[Datei:Gefolge_Icon_Kurfeldt.png|links|mini|120x120px|Wappen Kurfeldts und der "Kompanie vom Roten Sporn"]]


In Geldern wurde eigens der '''Gelderner Galgenhammer''' geschmiedet, ein Werkzeug zur Vollstreckung des Landrechts an jenen, die den Frieden brechen und sich durch Stand oder Gewalt über das Gesetz erheben wollen.
=== Ordnung des Hospitals ===
Die geistliche Gemeinschaft Gelderns wird von '''Bruder Sigbert''' als erstem Prior geleitet. Dem Prior obliegen die geistliche Ordnung, der Gottesdienst, die Aufsicht über Brüder und Novizen sowie die Seelsorge innerhalb des Hospitals. Die Gemeinschaft lebt nach einer vom Erzbischof bestätigten Hausordnung, die sich an den überlieferten Regeln geistlicher Hospitalgemeinschaften orientiert. Neben Bruder Sigbert haben sich unter anderem die Novizen '''Bruder Johann, Schwester Laurentia''' und einige '''Laienbrüder''' der Gemeinschaft angeschlossen. Weitere Geistliche, Handwerker und Dienstleute aus der Heimat der Gelderner im Alpenraum sind dem Ruf des Hospitals gefolgt und wirken am Aufbau des Spitalgebäudes und am Ausbau der zugehörigen Ortschaft mit.


Die Freistätte hält sich in ihrem Selbstverständnis streng an das Landrecht, wie es im Sachsenspiegel durch Eike von Repgow überliefert ist. Wer Schutz sucht und sich dem Recht unterstellt, kann in Geldern Aufnahme finden. Wer jedoch raubt, mordet oder den Landfrieden bricht, findet dort keine Zuflucht.
Die wirtschaftliche Leitung des Hauses, die Verwaltung seiner Güter und Vorräte sowie die Versorgung der Armen, Kranken und Pfründner sollen einem Spitalmeister übertragen werden. Bis zur ordentlichen Bestellung des ersten Spitalmeisters versieht Mattheus von Kurfeldt als weltlicher Bau- und Gutsverweser die laufenden Amtsgeschäfte. Ihm kommt dabei keine geistliche Leitungsgewalt über Prior, Brüder oder Novizen zu.
 
=== Schutz und Gerichtsbarkeit ===
Bedingt durch regionale Konflikte mit Raubrittern und Rebellen aus Mährstein hält sich weiterhin die ''Kompanie vom Roten Sporn'' in Geldern auf. Sie ist nicht Teil des geistlichen Konvents, sondern bildet unter ihrem Hauptmann Mattheus von Kurfeldt die weltliche Schutzmannschaft der Siedlung und des Hospitals. Ihr Auftrag beschränkt sich auf die Wahrung des Landfriedens, den Schutz der Bewohner und die Verteidigung Gelderns gegen äußere Angriffe. Das innere geistliche Leben richtet sich nach der Spitalordnung. In weltlichen Rechtssachen gilt das anerkannte Landrecht.


== Sehenswürdigkeiten ==
== Sehenswürdigkeiten ==
=== Hospital ===
Das noch im Aufbau befindliche Hospital bildet den geistlichen und rechtlichen Mittelpunkt Gelderns. Es dient der Aufnahme von Armen, Kranken, Versehrten, erschöpften Reisenden und hilfsbedürftigen Einwohnern. Zum Hospital gehören neben dem eigentlichen Spitalgebäude eine Kapelle, Unterkünfte für die geistliche Gemeinschaft, Wirtschaftsgebäude sowie die zur Versorgung des Hauses bestimmten Äcker, Weiden und Nutzungsrechte.


=== Haus des Roten Sporns ===
=== Haus des Roten Sporns ===
Im Westen des Dorfes befindet sich das Haus des Roten Sporns. Es dient der Kompanie vom Roten Sporn als Sammelpunkt und Unterkunft. Dort halten sich viele der kampferprobten Männer auf, welche die Freistätte und ihre Ordnung verteidigen.
Im Westen der Siedlung befindet sich das Haus des Roten Sporns, das der gleichnamigen Kompanie als Sammelpunkt und Zeughaus dient. Das Gebäude erinnert an die militärische Geschichte der Gründer und bildet das organisatorische Zentrum der Veteranen und Kriegsknechte, welche den weltlichen Schutz Gelderns gewährleisten. Es gehört nicht zur Klausur der geistlichen Gemeinschaft.


Das Haus steht für die militärische Geschichte Gelderns und die Verbindung zwischen eidgenössischer Herkunft, Reisläuferdienst und neuer Heimat in Ottonien.
=== Schmiede Stauffachers ===
Die Hofschmiede bildet ein bedeutendes handwerkliches Zentrum Gelderns. Rolf arbeitet hier persönlich an der Fertigung von Werkzeugen, Alltagsgegenständen und Rüstgütern. Die Schmiede ist vornehmlich auf die Herstellung zweckmäßiger Güter ausgerichtet; Prunkwaffen werden hier nicht gefertigt. Sie ist zudem der Ursprungsort spezialisierter örtlicher Waffen, darunter der '''Gelderner Krähenschnabel''' und der '''Gelderner Galgenhammer'''.
[[Datei:2026-09-15 01.55.17.png|links|mini|Felder in Geldern an einem sonnigen Tag]]


=== Schmiede des Stauffachers ===
== Landschaft ==
Die Hofschmiede des Schutzvogtes zählt zu den wichtigsten Orten Gelderns. Hier arbeitet Rolf selbst an der Esse und fertigt Waffen, Werkzeuge und Gerät für die Verteidigung und den Alltag der Vogtei. Die Schmiede steht nicht für höfischen Prunk, sondern für zweckmäßiges Handwerk. Hier entstehen unter anderem der '''Gelderner Krähenschnabel''' und der '''Gelderner Galgenhammer'''. Beide gelten als Sinnbilder für die Verbindung von Handwerk, Wehrhaftigkeit und „Rechtspflege“ in Geldern.
Das Umland von Geldern wird durch klare topografische Grenzen bestimmt. Im Osten erstrecken sich ausgedehnte Waldgebiete, während der Norden und Westen von hohen Gebirgsmassiven geprägt sind. Diese verfügen über ausgeprägte Vorkommen von Eisen und Kohle, welche die Grundlage des Gelderner Bergbaus und Schmiedehandwerks bilden. Weiter im Osten, nahe der Wälder, wird ebenso Salz aus dem Boden gewonnen. Die zum Hospital gehörenden Äcker, Weiden, Wälder und Bergrechte dienen in erster Linie dem Unterhalt der Stiftung. Ihre Erträge werden zur Versorgung der Bewohner, Armen, Kranken und Bediensteten sowie zur Erhaltung der Gebäude verwendet.


== Landschaft ==
== Traditionen und Kultur ==
Die Lande um Geldern sind geprägt von klaren natürlichen Grenzen, großen Wäldern im Osten und hohen Bergen im Norden und Westen.
Die Kultur Gelderns ist pragmatisch und durch die Herkunft vieler Bewohner aus den Waldstätten  und dem Alpenraum geprägt. Persönliche Bewährung, handwerkliche Fähigkeit, Verlässlichkeit und Dienst an der Gemeinschaft genießen hohes Ansehen. Höfische Repräsentation und prunkvolle Lebensführung sind wenig ausgeprägt, ohne dass dadurch die im Landrecht und in der geistlichen Ordnung anerkannten Standes- und Amtsunterschiede aufgehoben wären. Die Bevölkerung besteht vornehmlich aus Handwerkern, Bergleuten, Jägern, Veteranen und den Dienstleuten des Hospitals. Sie erschließen die Erz- und Kohlevorkommen der umliegenden Berge bergbaulich und gewerblich. Ein festgelegter Teil der daraus gewonnenen Einkünfte dient dem Unterhalt des Hospitals und der Versorgung seiner Schutzbefohlenen.


== Traditionen, Kultur, Feste ==
Die geistlichen Brüder und Novizen leben getrennt von der weltlichen Schutzmannschaft. Während der Prior über das geistliche Leben wacht, führt der Spitalmeister nach seiner Einsetzung die Wirtschafts- und Versorgungsangelegenheiten des Hospitals. Der Hauptmann besitzt ausschließlich Befehlsgewalt über die weltliche Schutzmannschaft.
Die Kultur Gelderns ist pragmatisch und von den Traditionen der alten Eidgenossenschaft geprägt. Hofstaatlicher Prunk, höfische Poesie oder die Verherrlichung adeliger Titel stoßen hier auf tiefes Misstrauen. Man schätzt ehrliche Handarbeit, das Wort des Gesetzes und Verlässlichkeit. Das höchste Gut der Gemeinschaft ist der Erhalt des Landfriedens. Gelderner sind nunmehr meist pragmatische Handwerker, Bergleute oder Jäger, denn die Berge im Westen Gelderns sind reich an Eisen und Kohle, welche in rauen Mengen geschürft werden.
[[Datei:2026-09-15 04.12.09.png|mini|Waldgebiet vor dem Gebirge im Westen Gelderns]]


== Sonstiges ==
== Sonstiges ==
Geldern nimmt in der Region eine sonderbare politische Stellung ein. Obwohl es nominell mit der Herrschaft Holdstewiks verknüpft ist, fungiert es durch seinen Status als verbriefte Freistätte und die Präsenz der Söldnerkompanie mit faktischer Eigenständigkeit.
Geldern hat sich in der Region der Waid als bedeutender Standort für Bergbau und zweckmäßige Schmiedekunst etabliert. Zugleich bildet das Hospital einen Zufluchts- und Versorgungsort für Arme, Kranke, Versehrte und Reisende.
 
Das Verhältnis zwischen geistlicher Stiftung und weltlichem Schutz wird durch den vorangegangenen Freibrief und den darauf aufbauenden Stiftungsbrief geregelt. Dieser bestimmt die Grenzen des Stiftungsguts, die Rechte des Patrons, die Befugnisse des Priors und des Spitalmeisters, den Umfang der Gelderner Gerichtsbarkeit sowie die Pflichten der Kompanie vom Roten Sporn. Auch wurde Geldern durch seinen Status zunehmend als freie Gerichtsstätte genutzt.

Aktuelle Version vom 1. Oktober 2026, 13:00 Uhr


Geldern
Kloster (Hospital)
Gründung: 1303
Domäne: Geistlich
Motto: Weder unbesonnen, noch furchtsam.
Lehnsherr
Von Memleben
Bistum Holdern
Vasallen
Kompanie vom Roten Sporn (Ungelandet)
Saranburg (Ungelandet)
Bekannte Mitglieder
Sigbert aus Geldern (Prior)
Johann aus Geldern (Novize)
Laurentia von Kurfeldt (Novizin)
Rolf Stauffacher (Schöffenbarfreier)
Mattheus von Kurfeldt (Hauptmann)
Lambert de Sartenieu (Schöffenbarfreier)
Reinhold Feldtstein (Schöffenbarfreier)
Alric Le Roux
Olf Stauffacher
Bulko Stauffacher
Shmuel ben Shabsai Halevi
Gebbel Smolenaars
Gelandet
Weiherstein (Lehen 14)
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Geldern ist eine geistliche Hospitalstiftung in der Region der Waid. Das Stiftungsgut ging im Jahre 1304 aus dem gleichnamigen Ort hervor, welcher zuvor als Teil einer Schutzvogtei unter Rolf Stauffacher als Schutzvogt bestand. Geldern steht unter der unmittelbaren Landeshoheit des Herzogs von Ottonien.

Gegründet wurde Geldern von eidgenössischen Auswanderern aus den Waldstätten. Der Ort diente zunächst als befestigte und landesherrlich privilegierte Freistätte und bietet heute als Hospital Zuflucht für altgediente Reisläufer, einfache Landleute, Arme, Versehrte und Handwerker. Die Bevölkerung und Verteidigung Gelderns werden maßgeblich durch die Kompanie vom Roten Sporn geprägt. Die weltliche Ordnung der Siedlung richtet sich nach dem verbrieften Landrecht und ist stark durch Handwerk, Bergbau und Wehrhaftigkeit bestimmt.

Namensherkunft

Der Name Geldern leitet sich nach Überlieferung der Gründer vom Begriff der "Geltung" ab. Dies verweist auf die Geltung des überlieferten Rechts sowie die Wertschätzung selbst erarbeiteten Wohlstands. Die Namensgebung spiegelt das gemeinschaftliche Selbstverständnis der Siedlung wider, in der handwerklicher Fleiß, Gesetzestreue und persönliche Bewährung höher geachtet werden als höfischer Prunk und bloße Herkunft.

Geschichte

Vorgeschichte

Die historischen Wurzeln vieler Bewohner liegen in den Talschaften der eidgenössischen Waldstätten. Um den politischen Konflikten mit der habsburgischen Obrigkeit zu entgehen, verließen die Gründer, darunter der frühere Schutzvogt zu Geldern und spätere Stifter und Patron Rolf Stauffacher, ihre Heimat und verdingten sich in fremden Kriegsdiensten.

Sie dienten in der Kompanie vom Roten Sporn, die unter anderem 1302 im Flandernkrieg eingesetzt wurde und in der Sporenschlacht als diszipliniertes Fußvolk gegen schwere Kavallerie kämpfte. Nach dem Verlust ihres Anführers übernahm Mattheus von Kurfeldt zeitweilig die Führung der Kompanie, bevor er in den Dienst des Deutschen Ordens trat. Rolf Stauffacher reiste mit den verbliebenen Veteranen und ihren Angehörigen weiter, bis sie Ottonien erreichten.

Der Waldenhof in Geldern, umgeben von Feldern

Begründung der Freistätte

Auf Ottonien erhielt Rolf Stauffacher das verwaiste Lehen Weiherstein vom Herzog und wurde mit dessen Schutz und Verwaltung betraut. Er besiedelte das Land gemeinsam mit seinen Gefährten und ließ den Hauptort nach dem Vorbild befestigter Siedlungen seiner Heimat ausbauen.

Das Fräulein Luise-Frederike von Mayenburg in ihrer Rolle als Freiherrin und Gräfin, wie auch der Herr Lothar Heinrich von Holdstewik in seiner Rolle als Freiherr und Graf, bestätigten Geldern als landesherrlich privilegierte Freistätte mit einem besonderen Freibrief, einem Freistättenrecht und eigener Gerichtsbarkeit im Rahmen der Verleihung. Die Freistätte schützt Verfolgte vor eigenmächtiger Gewalt und ermöglicht ihre geordnete Vorführung vor das zuständige Gericht. Indessen wurde Geldern auch zunehmend zur Gerichtsstätte.

Nachdem Mattheus von Kurfeldt im Jahre 1304 aus den Diensten des Deutschen Ordens geschieden war, schloss er sich seinem Vetter Rolf an. Die verbliebenen Veteranen der Kompanie bezogen fortlaufend Quartier in Geldern. Zur Sicherung und zur weltlichen Vertretung der Schutzmannschaft wurde Mattheus zum Hauptmann zu Geldern ernannt.

Stiftung des Hospitals

Im Sommer 1304 ließ Rolf Stauffacher das Lehen Weiherstein in die Hand des Herzogs von Ottonien auf. Auf Rolfs Bitte nahm der Herzog die Auflassung an, löste das Land aus dem bisherigen persönlichen Lehnsverband und übertrug es als dauerhaft zweckgebundenes Stiftungsgut an das neu zu errichtende Hospital in Geldern. Eingeschlossen in die Stiftung, ist ebenso ein abgegrenztes Gut, welches Rolf mitsamt einem ewigen Wohnrecht dort erhielt. Dieses Gut gehört zwar zum Vermögen des Hospitals und unterliegt aber weder der Verwaltung des Priors noch derjenigen des Spitalmeisters, sondern ist dem Stifter allein überlassen. Der Erzbischof von Bremen bestätigte die geistliche Stiftung, ihre dem Dienst an Armen, Kranken und Schutzbedürftigen gewidmete Bestimmung sowie die Ordnung der dort lebenden Gemeinschaft. Das Stiftungsgut steht seither nicht mehr im persönlichen Eigentum Rolfs und darf nicht ohne Zustimmung der zuständigen weltlichen und geistlichen Obrigkeit veräußert, geteilt oder seinem Stiftungszweck entzogen werden.

Blick über den Ortskern in Geldern an einem verregneten Tag

Rolf Stauffacher gilt seither als Stifter und Patron des Hospitals. Mit dieser Stellung sind die Bewahrung des Stiftergedenkens und die im Stiftungsbrief festgelegten Ehren- und Mitwirkungsrechte verbunden; ein persönliches Eigentumsrecht oder eine freie Verfügungsgewalt über das Hospital und Land erwächst daraus nicht länger.

Wappen Kurfeldts und der "Kompanie vom Roten Sporn"

Ordnung des Hospitals

Die geistliche Gemeinschaft Gelderns wird von Bruder Sigbert als erstem Prior geleitet. Dem Prior obliegen die geistliche Ordnung, der Gottesdienst, die Aufsicht über Brüder und Novizen sowie die Seelsorge innerhalb des Hospitals. Die Gemeinschaft lebt nach einer vom Erzbischof bestätigten Hausordnung, die sich an den überlieferten Regeln geistlicher Hospitalgemeinschaften orientiert. Neben Bruder Sigbert haben sich unter anderem die Novizen Bruder Johann, Schwester Laurentia und einige Laienbrüder der Gemeinschaft angeschlossen. Weitere Geistliche, Handwerker und Dienstleute aus der Heimat der Gelderner im Alpenraum sind dem Ruf des Hospitals gefolgt und wirken am Aufbau des Spitalgebäudes und am Ausbau der zugehörigen Ortschaft mit.

Die wirtschaftliche Leitung des Hauses, die Verwaltung seiner Güter und Vorräte sowie die Versorgung der Armen, Kranken und Pfründner sollen einem Spitalmeister übertragen werden. Bis zur ordentlichen Bestellung des ersten Spitalmeisters versieht Mattheus von Kurfeldt als weltlicher Bau- und Gutsverweser die laufenden Amtsgeschäfte. Ihm kommt dabei keine geistliche Leitungsgewalt über Prior, Brüder oder Novizen zu.

Schutz und Gerichtsbarkeit

Bedingt durch regionale Konflikte mit Raubrittern und Rebellen aus Mährstein hält sich weiterhin die Kompanie vom Roten Sporn in Geldern auf. Sie ist nicht Teil des geistlichen Konvents, sondern bildet unter ihrem Hauptmann Mattheus von Kurfeldt die weltliche Schutzmannschaft der Siedlung und des Hospitals. Ihr Auftrag beschränkt sich auf die Wahrung des Landfriedens, den Schutz der Bewohner und die Verteidigung Gelderns gegen äußere Angriffe. Das innere geistliche Leben richtet sich nach der Spitalordnung. In weltlichen Rechtssachen gilt das anerkannte Landrecht.

Sehenswürdigkeiten

Hospital

Das noch im Aufbau befindliche Hospital bildet den geistlichen und rechtlichen Mittelpunkt Gelderns. Es dient der Aufnahme von Armen, Kranken, Versehrten, erschöpften Reisenden und hilfsbedürftigen Einwohnern. Zum Hospital gehören neben dem eigentlichen Spitalgebäude eine Kapelle, Unterkünfte für die geistliche Gemeinschaft, Wirtschaftsgebäude sowie die zur Versorgung des Hauses bestimmten Äcker, Weiden und Nutzungsrechte.

Haus des Roten Sporns

Im Westen der Siedlung befindet sich das Haus des Roten Sporns, das der gleichnamigen Kompanie als Sammelpunkt und Zeughaus dient. Das Gebäude erinnert an die militärische Geschichte der Gründer und bildet das organisatorische Zentrum der Veteranen und Kriegsknechte, welche den weltlichen Schutz Gelderns gewährleisten. Es gehört nicht zur Klausur der geistlichen Gemeinschaft.

Schmiede Stauffachers

Die Hofschmiede bildet ein bedeutendes handwerkliches Zentrum Gelderns. Rolf arbeitet hier persönlich an der Fertigung von Werkzeugen, Alltagsgegenständen und Rüstgütern. Die Schmiede ist vornehmlich auf die Herstellung zweckmäßiger Güter ausgerichtet; Prunkwaffen werden hier nicht gefertigt. Sie ist zudem der Ursprungsort spezialisierter örtlicher Waffen, darunter der Gelderner Krähenschnabel und der Gelderner Galgenhammer.

Felder in Geldern an einem sonnigen Tag

Landschaft

Das Umland von Geldern wird durch klare topografische Grenzen bestimmt. Im Osten erstrecken sich ausgedehnte Waldgebiete, während der Norden und Westen von hohen Gebirgsmassiven geprägt sind. Diese verfügen über ausgeprägte Vorkommen von Eisen und Kohle, welche die Grundlage des Gelderner Bergbaus und Schmiedehandwerks bilden. Weiter im Osten, nahe der Wälder, wird ebenso Salz aus dem Boden gewonnen. Die zum Hospital gehörenden Äcker, Weiden, Wälder und Bergrechte dienen in erster Linie dem Unterhalt der Stiftung. Ihre Erträge werden zur Versorgung der Bewohner, Armen, Kranken und Bediensteten sowie zur Erhaltung der Gebäude verwendet.

Traditionen und Kultur

Die Kultur Gelderns ist pragmatisch und durch die Herkunft vieler Bewohner aus den Waldstätten und dem Alpenraum geprägt. Persönliche Bewährung, handwerkliche Fähigkeit, Verlässlichkeit und Dienst an der Gemeinschaft genießen hohes Ansehen. Höfische Repräsentation und prunkvolle Lebensführung sind wenig ausgeprägt, ohne dass dadurch die im Landrecht und in der geistlichen Ordnung anerkannten Standes- und Amtsunterschiede aufgehoben wären. Die Bevölkerung besteht vornehmlich aus Handwerkern, Bergleuten, Jägern, Veteranen und den Dienstleuten des Hospitals. Sie erschließen die Erz- und Kohlevorkommen der umliegenden Berge bergbaulich und gewerblich. Ein festgelegter Teil der daraus gewonnenen Einkünfte dient dem Unterhalt des Hospitals und der Versorgung seiner Schutzbefohlenen.

Die geistlichen Brüder und Novizen leben getrennt von der weltlichen Schutzmannschaft. Während der Prior über das geistliche Leben wacht, führt der Spitalmeister nach seiner Einsetzung die Wirtschafts- und Versorgungsangelegenheiten des Hospitals. Der Hauptmann besitzt ausschließlich Befehlsgewalt über die weltliche Schutzmannschaft.

Waldgebiet vor dem Gebirge im Westen Gelderns

Sonstiges

Geldern hat sich in der Region der Waid als bedeutender Standort für Bergbau und zweckmäßige Schmiedekunst etabliert. Zugleich bildet das Hospital einen Zufluchts- und Versorgungsort für Arme, Kranke, Versehrte und Reisende.

Das Verhältnis zwischen geistlicher Stiftung und weltlichem Schutz wird durch den vorangegangenen Freibrief und den darauf aufbauenden Stiftungsbrief geregelt. Dieser bestimmt die Grenzen des Stiftungsguts, die Rechte des Patrons, die Befugnisse des Priors und des Spitalmeisters, den Umfang der Gelderner Gerichtsbarkeit sowie die Pflichten der Kompanie vom Roten Sporn. Auch wurde Geldern durch seinen Status zunehmend als freie Gerichtsstätte genutzt.