Achental

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Achental
Abtei
Gründung: 1304
Domäne: Geistlich
Motto: Laudare Benedicere Praedicare
Lehnsherr
Warglau
Vasallen
Keine
Bekannte Mitglieder
Wolle (Abt)
Friedrich (Prior)
Gelandet
Wegscheide (Lehen 44)
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Achental ist eine Abtei in der Region der Westähr. Sie dient dem Glauben, der Ordnung und dem Schutz der Seelen und stand lange unter weltlicher Schutzherrschaft, ehe sie sich in jüngster Zeit neu ordnete. Ihr Wirken ist eng mit der Begründung der Vogtei Warglau verbunden.

Geschichte

Die Ursprünge von Rungholt

Vor der Entstehung der Abtei Achental lag im Lehen Holmheim ein Dorf, welches den Namen Rungholt trug. Dieses Dorf stand unter der Führung des Lehnsmannes Valandor, welcher das Lehen in Treue und Verpflichtung gegenüber der Herrschaft Rabenstads verwaltete. Höfe wurden errichtet und erweitert, und mit wachsender Zahl der Bewohner entstand bald auch eine Kapelle, welche als erster geistlicher Mittelpunkt diente. Doch in den Tagen seines Wirkens begann Valandor, sich der Ordnung Rabenstads zu entziehen. Er stellte ein eigenes Aufgebot zusammen, offenbar in der Absicht, die bestehende Herrschaft zu stürzen und die Lande unter eigene Gewalt zu bringen. Dieses Vorhaben blieb nicht unbeantwortet. Die dem Herrn von Rabenstad treuen Waffenknechte stellten sich unter Führung ihres Vogtes Abel von Niederpölt und Holmheim gegen Valandor und vertrieben ihn aus den Landen. So wurde die bestehende Ordnung gewaltsam wiederhergestellt.

Die Einsetzung Wolles und die Blüte Rungholts

Nach der Vertreibung Valandors setzte Abel von Niederpölt den Priester Wolle in, welcher als Mann des Glaubens und der Ordnung geschätzt wurde Rungholt begann unter dieser Ordnung zu florieren. Neue Höfe wurden errichtet, und weitere Bewohner siedelten sich an.

In dieser Zeit entstand auch eine Backsteinkirche, welche aufgrund ihrer massiven, blockhaften Bauweise weithin bekannt wurde. Der Bau derselben erfolgte durch einen vom Vogt bestellten Baumeister und wurde auf dessen Geheiß hin ausgeführt. Eine weitergehende Abstimmung mit der geistlichen Gemeinschaft wird in den Aufzeichnungen jener Zeit nicht ausdrücklich erwähnt. Es wird jedoch berichtet, dass die Ausführung und Gestalt des Bauwerks innerhalb der Gemeinschaft nicht einhellig aufgenommen wurden und unter den Geistlichen vereinzelt Anlass zu stiller Missbilligung gaben.

Unter der Führung Wolles wurde die bestehende Siedlung weiter gefestigt und erweitert. Durch die Stiftung Rabenstads entstand eine Abtei, welche fortan das geistliche Zentrum der Region bildete. Das Dorf Rungholt gewann an Bedeutung, und das Leben ordnete sich in wachsender Beständigkeit.

Der Beginn der Spannungen

Mit dem weiteren Wachstum der Siedlung entstand der Plan, ein größeres Kloster in Rungholt zu errichten.

Doch noch ehe dieser Plan in geordneter Weise umgesetzt werden konnte, griff Vogt Abel von Niederpölt ohne Absprache in die Angelegenheiten ein, wohl in dem Bestreben, die Entwicklung der Siedlung enger unter weltlicher Aufsicht zu halten. Er übernahm eigenmächtig die Planung des Klosterbaus und ließ nach einem Baumeister rufen, welcher sich bald fand. Die Kosten für Planung und Aufsicht des Baus wurden auf eine beträchtliche Summe von 6 Goldgulden veranschlagt. Diese Eingriffe galten als erster sichtbarer Bruch in der Abstimmung zwischen geistlicher und weltlicher Ordnung und markierten den Beginn jener Spannungen, die später zur Excessus Auctoritatis in Holmheim führen sollten.

Bindung an Rabenstad

Die Gemeinschaft, welche aus der Abtei zu Rungholt hervorging, stand weiterhin unter der weltlichen Schutzherrschaft Rabenstads und verwaltete in dessen Ordnung das Lehen Holmheim. Diese Verbindung galt lange als notwendig, doch traten mit der Zeit zunehmende Spannungen zwischen geistlicher Eigenständigkeit und weltlicher Einflussnahme hervor.

Der Vogt übte hierbei Schutz, Gericht und äußere Ordnung über die Lande aus, während die Abtei in geistlichen Dingen eigenständig blieb, solange die bestehende Ordnung gewahrt wurde.

Excessus Auctoritatis in Holmheim

In den Jahren wachsender Unruhe kam es schließlich zum offenen Bruch zwischen der Abtei und ihrem bisherigen Schutzherrn. Abel von Niederpölt überschritt in den Angelegenheiten der Abtei die ihm gesetzten Grenzen. Er griff in Bereiche ein, die weder seiner Gerichtsbarkeit noch seiner weltlichen Befugnis unterstanden, und trat als Richter in Dingen auf, die der geistlichen Ordnung vorbehalten waren. Darüber hinaus ließ er im Namen der Abtei Verkündungen verlesen, indem er seine Vogteirechte in einer Weise auslegte, die über das hergebrachte Maß hinausging. So wurde nicht allein die Autorität der Abtei verletzt, sondern auch das Verhältnis zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt nachhaltig erschüttert.

Diese Spannungen wurden durch einen bereits zuvor bestehenden Streit weiter verschärft. Die aus Neeihaven stammenden Wulf und Albinia, welche in früherer Zeit mit den Ereignissen um Rungholt in Verbindung standen, waren bereits Ziel einer Ächtung durch Abel geworden. Diese war nach Zahlung einer Buße zeitweise aufgehoben worden, doch blieb das Verhältnis belastet. Als es zu einem Diebstahl in der Waffenkammer der Burg Rabenstad kam, nutzte Abel die Umstände, um erneut Verdacht auf Wulf zu lenken, obgleich ein schlüssiger Beweis nicht vorlag. In der Folge ließ er abermals Schmähungen verkünden und sprach eine neue Ächtung aus, welche er auch von den Toren des Klosters aus verkünden ließ. Diese Handlungen wurden von der Abtei als unrechtmäßiger Eingriff gewertet und trugen wesentlich zur weiteren Eskalation der Lage bei, zumal sie die Abtei in eine Auseinandersetzung hineinzogen, die nicht aus ihrem eigenen Wirken hervorgegangen war.

In diesen Tagen trat Abt Wolle an den Freiherrn Ludwig von Nebelhain heran und ersuchte ihn um die Gewährung eines neuen weltlichen Schutzes. Damit verband sich der Antrag, die bestehende Bindung an Rabenstad zu lösen. Der Freiherr zeigte sich diesem Anliegen gegenüber geneigt, und die notwendigen Schritte wurden in geordneter Weise eingeleitet. Es ist jedoch anzumerken, dass von Seiten der Abtei keine erneute Annäherung an die Herrschaft Rabenstads gesucht wurde, um die bestehenden Spannungen beizulegen. Stattdessen wurde die Loslösung auf dem Wege der gerichtlichen und öffentlichen Ordnung vorangetrieben.

Die Lage verschärfte sich endgültig, als Abel auch eine gegen ihn selbst ausgesprochene Ächtung missachtete und dennoch handelte. Es wird berichtet, dass er versuchte, durch angeworbene Kräfte gegen jene vorzugehen, die er beschuldigte. In der Folge wurde er gefasst und vor das Gericht zu Neeihaven geführt, wo sein Verhalten als unrechtmäßig erkannt und verurteilt wurde. Im Zuge dieser Verhandlungen wurde die Loslösung der Abtei Achental von der bisherigen Ordnung öffentlich vor Zeugen kundgetan, obgleich sie nicht unmittelbarer Teil des Urteils war. Gleichwohl festigte dieser Schritt den Bruch zwischen der Abtei und der Herrschaft Rabenstads endgültig.

Abel von Niederpölt widersetzte sich jedoch weiterhin dieser Entwicklung und erhob Anspruch auf die bestehende Bindung.

Die Ereignisse wurden später als Excessus Auctoritatis in Holmheim bezeichnet.

Der Aufbruch und die Neuformierung

Angesichts dieser Entwicklungen entschloss sich die Gemeinschaft, die bestehende Ordnung aufzugeben. Nicht aber begehrte sie, die Herrschaft Nebelhains zu verlassen, vielmehr suchte sie weiterhin Schutz und Bestand innerhalb der Ordnung Nebelhains, jedoch unter einem anderen weltlichen Schutzherrn, welcher die Rechte der Abtei achten sollte. Das Kloster zu Rungholt wurde im Zuge dessen zurückgebaut, und ein Großteil der gewonnenen Baustoffe wurde den angrenzenden Dörfer der Friedrichsmark überlassen. Die Brüder verließen Holmheim gemeinsam mit Brüdern, Gefolgsleuten und den zur Abtei gehörigen Hörigen und zogen nach Wegscheide, wo sie ihren Besitz sicherten und eine neue Grundlage schufen.

Unter ihnen befanden sich bereits Brüder, die der Lehre des Dominikanerordens nahestanden, darunter Prior Friedrich. Mit dem Übergang nach Wegscheide gewann diese Ausrichtung zunehmend an Bedeutung.

Die Neuordnung, die Dorfgründung Achentals und die Hinwendung zum Dominikanerorden

Nach dem Aufbruch trat Abt Wolle in der ersten Woche des Monats April an Roman von Marienburg heran und ersuchte ihn um weltlichen Schutz.

Noch während diese Verhandlungen begannen, formierte sich die Gemeinschaft in Wegscheide neu. In der Nähe ihres Lagers entstand eine erste Rundlingssiedlung, welche den Namen Achental erhielt. Mittelpunkt dieser frühen Siedlung war ein Meierhof, von welchem aus die Versorgung organisiert und die Ordnung der Gemeinschaft gesichert wurde. In diesen Tagen begannen die geistlichen Brüder, ihre Zukunft neu zu ordnen. Unter dem Einfluss von Prior Friedrich, welcher bereits zuvor der Lehre des Dominikanerordens nahestand, wandte sich die Gemeinschaft zunehmend dieser Ordnung zu. Im Meierhof zu Achental wurden die ersten Pläne für ein neues Kloster geschmiedet. Dieses sollte nicht im Tal selbst entstehen, sondern auf einer erhöhten Lage nordöstlich der Siedlung, auf dass es sowohl Schutz als auch geistliche Erhabenheit verkörpere.

Parallel dazu wurden in Anwesenheit des Priors Friedrich die Bedingungen eines neuen Schutzverhältnisses mit Roman von Marienburg ausgehandelt. Mehrere Fassungen des Vertrages wurden beraten, bis Einigkeit erzielt werden konnte.

Die Vogteistiftung vom 17. April 1304

Am 17. Tage des Monats April im Jahre des Herrn 1304 wurde die neue Ordnung feierlich begründet. Die Abtei Achental stiftete Teile ihrer Lande als Liefseemark, und Roman von Marienburg wurde als Kirchvogt eingesetzt. Der Stiftbrief wurde verlesen, Eide wurden geleistet, Banner erhoben und die Ordnung vor Zeugen bestätigt.

Unter den Zeugen befanden sich Geistliche aus Sankt Aegidius sowie Vertreter weltlicher Gefolge aus Neeihaven. Im Anschluss wurde ein Mahl gehalten, auf dass die neue Ordnung in Frieden beginne.

Feierliches Mahl zur Vogteistiftung


Der Tod des Abtes Wolle

Am 22. April 1304 wurde Abt Wolle gewaltsam durch die Hand eines Räubers getötet. Mit seinem Tod verlor die Gemeinschaft ihren bisherigen geistlichen Führer. In der Folge trat Prior Friedrich stärker in den Vordergrund und übernahm in zunehmendem Maße die Führung der Gemeinschaft in geistlichen Belangen.

Sehenswürdigkeiten

Landschaft

Traditionen, Kultur, Feste

Sonstiges

Die Abtei Achental steht unter dem Schutz der Vogtei Warglau. Mit der Stiftung der Liefseemark wurde die Grundlage für eine neue Verbindung zwischen geistlicher und weltlicher Ordnung gelegt. Langfristig wird erwartet, dass die Abtei weiterhin als geistliches Zentrum besteht und die Entwicklung der umliegenden Lande unterstützt.